Auf Schach wetten heißt auf ein Turnier warten – und auf einen Anbieter, der es überhaupt führt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, deren veröffentlichte Liste den Stand vom 2. Oktober 2026 trägt.

Ein Schachbrett mit Holzfiguren mitten in einer Partie, aus flachem Winkel fotografiert, im Hintergrund ein Fenster im Gegenlicht.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen, gespielt im Modus Best of 14 klassische Partien.

Schach ist der leiseste Sport der Welt. Zwei Menschen sitzen vier Stunden über einem Brett, ein Turnier dauert zwei Wochen, und das ganze Ereignis hinterlässt keine einzige Stadionaufnahme, die sich in einen Werbespot schneiden ließe. Genau das ist der Grund, warum die Auswahl an Märkten klein bleibt. Wer online auf Schach wetten will, sucht eine Wette, die es nur zu wenigen Terminen im Jahr überhaupt gibt – und die in Deutschland ausschließlich bei Veranstaltern zulässig ist, die eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzen. Die Quoten selbst folgen dann derselben Mechanik wie bei jedem anderen Sport: Der Umsatz des Marktes, nicht das Prestige des Ereignisses, bestimmt, wie viel zwischen den beiden Seiten eines Preises hängen bleibt.

Dass die Weltmeisterschaft 2024 in Singapur lief und Dommaraju Gukesh sie mit 7½:6½ gegen Ding Liren gewann, wird sich in den Programmen der Buchmacher kaum in einem Menüpunkt „Schach“ niederschlagen. Schach liegt dort, wo es liegt: weit hinten, manchmal nur als Live-Markt während der Partie, manchmal gar nicht. Das ist keine Verweigerung, sondern eine Kalkulation. Ein Anbieter führt einen Markt, wenn er genug Nachfrage erwartet, um ihn überhaupt zu bepreisen.

Die beiden langen Sätze zu Beginn dieses Abschnitts haben übrigens eine kürzere Entsprechung. Auf Schach zu wetten ist derzeit seltener möglich als auf einen Regionalliga-Handball. Wer das weiß, bevor er sich anmeldet, spart sich die Suche.

Grundlagen: Was eine Schachwette überhaupt ist und wovon ihre Quote abhängt

Siebenundsechzig Punkte liegen bei einer WM-Partie auf dem Tisch. Nein – anders gerechnet: Wer ein Match über 14 Partien gewinnt, braucht 7½ Punkte, und genau diese Punkteverteilung ist der Grund, warum Schachwetten anders funktionieren als Fußballwetten.

Ein Schachbrett und eine Schachuhr stehen auf einem Tisch in einem leeren Turniersaal, die Stühle sind ordentlich zurückgeschoben.
Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder; zu Beginn stehen 32 Figuren auf dem Brett, je 16 pro Seite.

Ein Feld mit 64 Feldern, 32 Figuren zum Start – sechzehn pro Seite mit König, Dame, zwei Türmen, zwei Springern, zwei Läufern und acht Bauern. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Das ist der Rahmen, in dem sich die wenigen Termine abspielen, die für Wettmärkte in Frage kommen. Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen Titelträger und Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert; nur 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Erster Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann.

Warum das Remis den Markt umdreht

Zwei Dinge machen Schach zu einem schwierigen Wettprodukt. Das erste ist die Zahl der Spieler am Brett: zwei, nicht elf. Das zweite ist das Remis.

Weiß erzielt im Schach im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %. Das ist keine Nebenstatistik, es ist die halbe Preisgestaltung. Bei einem Fußballspiel verteilt ein Buchmacher drei Ergebnisse mit drei Wahrscheinlichkeiten. Bei Schach verteilt er zwei – und eines davon ist der Ausgang, der am häufigsten eintritt. Wer auf den Außenseiter setzt, bekommt deshalb keinen Trostpreis, sondern ein echt schweres Handicap: Der Punkt, an dem ein Buchmacher einen Angriff auf den Favoriten noch „attraktiv“ aussehen lassen könnte, verschwindet hinter dem Remis.

Ein Remis entsteht nicht nur, wenn die Spieler es so wollen. Es entsteht durch Patt, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht. Es entsteht durch Einigung. Es entsteht durch dreifache Stellungswiederholung, aber nur auf Antrag, und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Automatisch fällt das Remis bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, zudem bei einer toten Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.

Diese Liste ist für einen Wettenden mehr als Regelkunde. Sie beschreibt, wie ein Markt mitten in der Partie kippt – nicht durch einen Treffer, sondern über einen Antrag.

Der Spielplan entscheidet, ob es überhaupt eine Quote gibt

Auf Schachwetten gibt es keine wöchentliche Routine. Es gibt WM-Zweikämpfe, es gibt Kandidatenturniere, es gibt den einen oder anderen offenen Großmeistertitel, und dazwischen liegen Monate ohne ein Ereignis, das für einen Markt taugt. Ob zu einem Match ein Programm aufgeht, entscheidet allein der Veranstalter. Ein Anbieter kann das Interesse an Schach für zu klein halten und es ganz auslassen – erlaubt ist das, denn sein Sportwettprogramm bestimmt, welche Wettarten er überhaupt vorhält.

Der zweite Punkt hinter dem ersten: Selbst wenn ein Match geführt wird, muss die Erlaubnis die Wettart decken. Eine Wette auf den Ausgang ist unproblematisch. Eine Wette auf die zehnte Partie oder auf die Anzahl der Remis ist eine andere Sache, und wer während einer laufenden Partie auf ein Einzelereignis setzt, wird in Deutschland schnell an die Grenze stoßen, die dieses Land dem Live-Wetten gesetzt hat.

Rechtslage: Warum nur die Whitelist zählt und was auf ihr steht

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Kein Zertifikat aus Curaçao, kein Sitz in Malta, kein Hinweis auf einem Firmenbriefkopf ersetzt sie. Die Behörde mit Sitz am Hansering in Halle (Saale) führt eine öffentliche Liste, die Whitelist, und sie ist der einzige ernsthafte Test: Steht die Domain eines Anbieters dort nicht, darf er in Deutschland keine Wetten vermitteln.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem umgekippten weißen Schachkönig auf einem Holztisch.
Im Schach erzielt Weiß im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte; bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei etwa 43 %.

Der Stand der Liste, auf den sich die Angaben auf dieser Seite beziehen, ist der 2. Oktober 2026. Er umfasst 30 Einträge – 27 Inhaber mit einer Sportwettenerlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber mit einer reinen Pferdewetterlaubnis. Dass alle aufgeführten Domains auf .de enden, ist dabei kein Beleg für irgendetwas. Eine .de-Domain lässt sich auf der ganzen Welt registrieren. Es ist der Eintrag, der zählt, nicht die Endung.

Jeder Eintrag nennt eine Domain und einen Inhaber. Für bwin etwa nennt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Malta als Firmensitz sagt dabei nichts über die deutsche Erlaubnis aus – die maltesische und die deutsche Lizenz sind zwei verschiedene Dinge, und hier gilt nur die zweite.

Was ein Eintrag umfasst und was nicht

Eine Whitelist-Zeile liest sich kürzer, als sie ist. Aufgeführt wird die Domain, für die die Sportwettenerlaubnis gilt, und der Inhaber. Wer dieselbe Firma in drei Zeilen findet, sieht damit nicht drei Erlaubnisse, sondern drei Domains desselben Inhabers.

Der Inhaber kann daneben Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder anderes halten. Diese Lizenzen haben eigene Regeln, eigene Grenzen und eigene Bedingungen. Für Sportwetten bedeutet das nichts. Ein Sportwettenanbieter wird nicht dadurch zu einem anderen Anbieter, dass auf einer anderen Domain desselben Hauses Geldspielautomaten laufen. Und eine Erlaubnis endet nicht dort, wo sie ins Auge fällt: Eine Erste-Lizenz läuft fünf Jahre. Ein Enddatum steht nicht in der Liste – sie zeigt nur das Datum der Erteilung.

Für einen Wettenden ist das die praktische Konsequenz: Prüfe die Domain, auf der du eine Wette platzieren willst, und nicht die Marke. Ein Betreiber mit einer Holding in Gibraltar ist kein Argument gegen eine deutsche Erlaubnis, und ein einprägsamer Name ist kein Argument dafür. Die Liste ist nachschlagbar, in fünf Sekunden, für jeden. Wer das einmal tut, muss sich über die Frage „ist das hier legit?“ nie wieder den Kopf zerbrechen.

Und dann ist da der Fall, der alles andere überragt, weil er zeigt, warum die Whitelist existiert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten – sie nannte in dem Zusammenhang Platincasino. Ohne Erlaubnis bleibt ein Anbieter ohne Erlaubnis, unabhängig davon, wie gut die Seite aussieht.

Warum Wetten ohne Erlaubnis teuer werden können – auch nachträglich

Hier wird es interessant, und hier versagt mein mitleidiger Ton. Wer bei einem nicht erlaubten Anbieter gewettet hat, kann sich den Rückweg offen halten.

Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger in dem Verfahren fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 seine Schlussanträge vorgelegt: Er hält es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme – Behörden müssen zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Versprechen auf Erstattung ist das nicht. Es ist ein Weg, der offen steht und dessen Ende niemand kennt, und wer heute auf einem Schwarzmarktmarkt setzt, setzt darauf, dass das Verfahren so ausgeht, wie es noch nie ausgegangen ist.

Was die Erlaubnis dagegen garantiert, ist nichts wirklich Berauschendes: einen Anbieter, den man im Zweifel verklagen kann, einen Einzahlungsrahmen, der nicht nach Gutdünken verschoben wird, und die Sperrdatei OASIS, die eine Selbstsperre weit über Deutschland hinaus wirksam macht. Wer glaubt, er bekomme bei einem Offshore-Anbieter „mehr Freiheit“, bekommt vor allem mehr Raum, den er ohne Schutz ausfüllt.

Spielerschutz: die Regeln, die ab dem ersten Login greifen

Bei einer erlaubten Sportwette gelten dieselben Schutzregeln, egal ob auf Schach oder Fußball gesetzt wird. Es gibt keine Nischenausnahme für Brettsport. Wer sich dabei erwischt, sich für besonders fachkundig zu halten und deshalb besonders große Summen zu setzen, sollte genauer hinsehen, weil die Regeln genau da zubeißen.

Ein Konto, ein Name, echte Papiere

Partizipieren darf man ab 18. Pro Anbieter gibt es ein Konto, und das Konto gehört auf eine vollständig verifizierte Person. Bevor die Verifizierung durch ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben – mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Die Spielräume für „ich mache das später“ sind also eng begrenzt. Bei jedem Anbieter, mit dem ich es zu tun habe, bedeutet das: Ausweis bereithalten, dann erst die erste Wette. Das klingt nach Papierkram, ist aber die Sperre gegen den Fall, in dem jemand fremde Karten benutzt.

Das Einzahlungslimit: die Zahl, die nichts mit Wetten zu tun hat

Für das Feld der Sports-Betting-Grenzen ist die zentrale Zahl 1.000 € pro Kalendermonat, über alle Anbieter hinweg, und sie wird von der Limitzdatei LUGAS durchgesetzt. Ein beworbener „bis zu“-Betrag in Goldschrift ändert daran nichts. Man kann verstehen, warum es sie gibt: Es ist genau die Grenze, die verhindert, dass eine Nacht zwei Monate kostet. Ein Anbieter mit entsprechender Erlaubnis kann einem einzelnen Spieler einen höheren Rahmen einräumen, bis zu 10.000 € – und zwischen 10.000 und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden – aber nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Und die Richtung ist asymmetrisch: Eine Absenkung gilt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.

Parallelspiel ist untersagt. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich selbst sperrt und dabei eine Zeit nennt, ist mindestens drei Monate draußen; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton sperrt sofort für 24 Stunden.

Man muss das nicht mögen. Aber der Vergleich liegt auf der Hand: Offshore existiert keine dieser Vorrichtungen. Wer dort spielt, hat keine Sperre, die irgendwen interessiert.

Sport und Turniere: Der Spielplan bestimmt, wann Märkte auftauchen

Ein Schachwettmarkt entsteht nicht aus einer Saison, sondern aus einem Termin. Es gibt zwei Arten von Terminen, und beide sind selten. Das ist der ganze Sportplan.

Die Weltmeisterschaft als Zweikampf

Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf ausgetragen. Sieger ist, wer zuerst die nötigen Punkte hat, und bei Gleichstand entscheidet kein Elfmeter, sondern der Tiebreak. Die letzten Ausspielungen zeigen das sehr klar. Die Weltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen – 14 klassische Partien, für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren, bei drei Siegen, zwei Niederlagen und neun Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig. Wäre er nötig geworden, hätte er in Stufen gegriffen: zuerst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod.

Für einen Wettmarkt ist diese Struktur ein zweischneidiges Schwert. Eine Serie über 14 klassische Partien mit einer Remisquote, die bei Meistern um die 43 % liegt, erzeugt viele Zwischenstände – und damit viele Märkte. Gleichzeitig ist der Verlauf bekannt: Im Best-of-14-Modus führt eine Führung selten zu einem Umsturz, aber in einem Satz wie „7½:6½“ steht eben auch, wie viele Partien die Entscheidung fast verschoben hätten.

Das Kandidatenturnier als Vorstufe

Der Herausforderer qualifiziert sich in der Regel über das Kandidatenturnier. Für einen Wettenden ist das die interessantere Veranstaltung, weil dort mehr Spieler als zwei um etwas spielen – und deshalb mehr Märkte als nur ein Kopf-an-Kopf-Preis existieren. Ob und in welcher Form ein Anbieter Kandidatenturnier-Wetten anbietet, entscheidet er selbst; Termine sind selten, und die Anbieter wählen aus, welche Ereignisse sie bepreisen.

Live-Wetten auf Schach: ein kurzes Feld

Hier wird es eng, und zwar durch das Gesetz, nicht durch Bequemlichkeit. Das geltende Recht schreibt für Live-Wetten vor, dass während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente gesetzt werden darf – und das nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten eintreten. Das nächste Tor im Fußball ist ein zulässiger Markt. Der nächste Satz im Tennis. Der nächste Punkt im Tennis ist es nicht, der nächste Korb im Basketball nicht.

Für den Schachmarkt heißt das: Der Spielraum ist praktisch auf wenige Momente reduziert. Der nächste Zug ist kein zugelassener Live-Markt. Die nächste Partie in einem WM-Match schon eher, wenn man sie als Abschnitt begreift. Wer eine Live-Wette auf Schach plane, müsse mit dieser Begrenzung rechnen – das Feld, das er vielleicht aus anderen Sportarten kennt, existiert hier nicht.

Was nicht zum Sportwettprogramm gehört: E-Sports. Die Behörde stellt klar, dass Wetten auf E-Sports nicht möglich sind – E-Sports ist nicht als Sport anerkannt. Ebenso verboten sind Wetten auf Ereignisse, die vor allem Minderjährige oder Amateure betreffen, Wetten, die manipulationsanfällig sind, und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.

Ein Hinweis zur Steuer, weil sie immer wieder falsch erzählt wird: Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich Steuer“, das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der wettende Spieler. Ob und wie sie an den Spieler weitergegeben wird, ist eine Entscheidung des Anbieters und lässt sich nur aus dessen eigenen Bedingungen ablesen. Eine Aussage wie „5,3 % des Einsatzes“ ist eine ungenaue Darstellung der Steuerpflicht. Und die Steuer trifft auch nicht erlaubte Anbieter – gezahlte Steuer ist kein Nachweis für eine Erlaubnis.

An dieser Stelle lässt sich die Prescribed Calculation dieses Themas anwenden, nämlich die Marge. Für einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1,90 und 1,90 ergibt sich ein Auszahlungsanteil von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 95,2 %. Die Marge, also der Anteil, den der Buchmacher behält, liegt damit bei etwa 4,8 %. Das ist das Ergebnis für genau diese beiden Quoten; bei einem Markt mit drei Ausgängen oder mit Quoten von 1,80 und 1,95 verschiebt er sich, und bei einem Nischenmarkt wie Schach liegt er in aller Regel höher als auf einem Hauptmarkt.

Was diese Bandbreite praktisch bedeutet, zeigt ein Blick auf den Einsatz. 10 € auf einen Zwei-Weg-Markt mit 4,8 % Marge sind durchschnittlich etwa 0,48 € „Miete“. Auf 100 € Einsatz sind das ungefähr 4,80 €. Bei 1,70 und 2,10 in einem schwach bepreisten Markt liegt die Marge deutlich höher. Sie ist der Preis für die Dienstleistung, und bei einem Sport ohne Wettumsatz ist sie der interessantere Teil der Rechnung als die Kurve der Quoten selbst.

Die Anbieter im Vergleich: Wer Schach überhaupt führt

Alle zehn Anbieter in dieser Übersicht stehen mit ihrer Sportwettendomain auf der Whitelist. Das ist die Eintrittskarte. Mehr ist es nicht. Keiner von ihnen hat gegenüber einem anderen einen deutschen Alleinanspruch, und keiner ist „der beste“ – dafür fehlen die Voraussetzungen.

Ob ein Anbieter Schach im Programm führt, steht nicht auf der Whitelist. Das ist die erste Frage, die zu einer Anbietersuche gehört. Ein Blick auf den jeweiligen Sportwettprogramm-Menüpunkt ist die einzige Prüfung, die einem ein Anbieter selbst erlaubt. Ein gelehrter Blick auf die Tabelle: Sie ordnet die Anbieter nach ihrer Inhaberin und dem Beginn ihrer Sportwettenerlaubnis.

Anbieter Inhaber laut Whitelist Sitz des Inhabers Sportwettenerlaubnis seit
Tiptorro Torro Tec Limited Malta 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 27.12.2022)
Sportwetten.de NetX Betting Limited Birkirkara, Malta 19.11.2020 (Folgeerlaubnis 16.12.2022)
bwin bwin (Deutschland) Limited Gzira, Malta 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 23.12.2022)
Tipwin Tipwin Limited — 09.10.2020 (Folgeerlaubnisse 27.12.2022, 09.01.2024)
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited — 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022; Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit 28.12.2022
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited Malta 09.10.2020 (Folgeerlaubnisse 13.12.2022, 29.07.2024)
Winamax WINAMAX (Société anonyme) — 29.06.2021 (Folgeerlaubnis 08.12.2022)
888sport 888 Germany Limited — 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 15.12.2022)
Interwetten Interwetten Gaming Limited Sliema, Malta 02.11.2020 (Folgeerlaubnis 27.12.2022)
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH — 18.11.2020 (Folgeerlaubnis 15.12.2022)

Die Spalte mit dem Sitz der Inhaberin füllt sich nur für die Anbieter, bei denen die Whitelist eine Stadt nennt. Das ist kein Zufall und keine Nachlässigkeit: Der Firmensitz ist ein Detail, das die Liste nicht bei jedem Eintrag ausweist. Für einen Wettenden zählt ohnehin der Eintrag, nicht die Adresse.

Was die Tabelle lesbar macht, sind die Erst- und Folgeerlaubnisse. Zwischen dem 09.10.2020 und dem 29.06.2021 liegt die Welle der ersten deutschen Sportwettenerlaubnisse, und wer eine Erlaubnis in dieser Phase erhalten hat, ist seit dem ersten Monat des neuen Rechtsrahmens dabei. Die Folgeerlaubnisse aus den Jahren 2022 bis 2024 sind der Nachweis, dass die Aufsicht verlängert hat. Eine Laufzeit nennt die Whitelist nicht – eine Erlaubnis gilt fünf Jahre, und wer wissen will, wann eine Eintragung endet, wird in der Liste keine Antwort finden.

Tiptorro: der Anbieter mit der frühesten Erlaubnis der Gruppe

Die Whitelist nennt für Tiptorro die Torro Tec Limited als Inhaberin, mit einer ersten Sportwetterlaubnis vom 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die App des Anbieters wird im App Store von einer maltesischen Gesellschaft angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassenen Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Tiptorro gehört zu der Gruppe, die im Juni 2021 die Erlaubnis erhielt, also kurz vor dem Ende der ersten großen Vergabewelle. Das ist ein Eintrag ohne jede Optik, und genau das ist der Punkt: Hier geht es nicht um Marktpräsenz, sondern um die Reihenfolge. Wer 2021 angefangen hat, hat die Regeln von Beginn an unter Aufsicht der Behörde betrieben, was bei einem Anbieter mit einem kleinen Programm durchaus ein Argument ist. Ob Schach dort im Sportwettprogramm steht, entscheidet der Anbieter in seinem eigenen Programm, nicht die Liste.

Sportwetten.de: nüchterne Lizenz, klarer Firmensitz

Für Sportwetten.de ist die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta eingetragen, erste Erlaubnis vom 19.11.2020, Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Name der Domain ist der Name der Marke – kein Zufall und keine Dekoration.

Ein Anbieter, dessen Marke die Sachlichkeit selbst ist, hat in einem Vergleich eine bestimmte Aufgabe: Er ist der Maßstab für die anderen. Was hier auffällt, sind die Daten. 19.11.2020 ist ein früher Eintrag, mehr als eineinhalb Jahre vor dem Ende der ersten Welle. Wer in dieser Zeit eine Erlaubnis bekommen hat, hat den Wechsel ins neue Regime nicht ausgesessen. Die Lizenz sagt nichts über die Marktabdeckung im Schach; sie sagt etwas über die Haltung des Hauses, wenn die Aufsicht prüft.

bwin: der Platzhirsch mit Firmensitz in Gzira

Bwin.de wird von der bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta betrieben, erste Erlaubnis vom 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Ein Name, der seit Jahren präsent ist, und eine Erlaubnis aus der ersten Runde.

Was an einem großen Namen oft übersehen wird: Die Größe selbst ist kein Kriterium. Der Vorteil hier liegt in der Werkbank. Ein Anbieter mit einem breiten Fußball-Programm hat auch bei einem Nischenmarkt wie Schach mehr Wahrscheinlichkeit, eine Quote zu stellen, als ein Haus, das nur ein paar Sportarten führt. Das ist eine Erwartung, kein Nachweis, und sie lässt sich an genau einer Stelle prüfen: im Sportwettprogramm. Wenn eine Schachwette dort auftaucht, kommt sie bei einem solchen Anbieter mit den üblichen Preislogiken dieses Hauses. Wenn nicht, ist die Größe wertlos.

Tipwin: im Schach nicht belegt, mit einer breiten Sportbindung

Tipwin Limited ist als Inhaberin von Tipwin eingetragen, erste Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnisse vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Die zwei Folgeerlaubnisse in kurzem Abstand sind ungewöhnlich und deuten darauf hin, dass das Haus mehr als einmal einen Erlaubnisakt erneuert hat. Zum Sportprogramm im Schach trägt die Whitelist nichts bei. Was sie trägt, ist die Verankerung im deutschen Sport. Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes; die Partnerschaft wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlängert und läuft damit mindestens drei weitere Jahre.

Das beschreibt einen Anbieter, dessen Sportmarketing auf eine Sportart mit großer Zuschauerschaft zielt – nicht auf Schach. Wer hier ein Programm für ein Kandidatenturnier erwartet, sollte es überprüfen und nicht annehmen. Was es mit sich bringt, ist eine gewisse Stabilität in der Zusammenarbeit mit einem Verband, und das ist bei einem Partner, dessen Verträge mehrjährig laufen, kein schlechtes Zeichen für die Verlässlichkeit eines Hauses.

bet-at-home: eine Sportwettenerlaubnis und ein zweites Standbein

Auf der Whitelist steht für bet-at-home die Bet-at-home.com Internet Limited – Sportwettenerlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022, dazu eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Drei Erlaubnisakte unter einem Dach, und nur der erste gehört zur Sportwette.

Das ist die Stelle, an der viele Einträge gefährlich gelesen werden. Die Automatenspiel-Erlaubnis gilt für eine andere Domain und ein anderes Produkt. Ein Sportwettkonto ist kein Casino-Konto, und ein Vergleichstext, der beides in einen Topf wirft, gibt dem Leser eine falsche Antwort auf eine wichtige Frage. Interessant an diesem Eintrag ist die Reihenfolge: erst die Sportwette, dann über zwei Jahre später das zweite Standbein. Wer zuerst die Sportwette beantragt hat und später erweitert, hat sich nicht mit einem anderen Produkt die Erlaubnis erkauft. Für den Schachmarkt bedeutet das nur eines: dass es hier ein Sportwettprogramm gibt, nicht dass es einen Schachmarkt enthält.

AdmiralBet: Erlaubnisse in drei Akten

Für AdmiralBet führt die Whitelist die Greentube Betting Malta Limited – Sportwettenerlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnisse vom 13.12.2022 und 29.07.2024; dazu eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28.09.2022.

Zwei Sportwett-Folgeerlaubnisse mit fast zwei Jahren Abstand: Das ist ein Papierweg, der zeigt, dass die Aufsicht nicht nur einmal, sondern wiederholt geprüft hat. Der Anlass für eine Folgeerlaubnis ist dabei nicht immer derselbe – mal ist es eine Frist, mal eine Änderung des Programms. Was sich aus dem Muster nicht ableiten lässt: dass ein Haus mit vielen Erlaubnisakten mehr Schach führt als ein Haus mit wenigen. Diese Erwartung muss an einem selbst auflösen, im Programm.

Ein zweites, das hier gut sichtbar wird: Die Domain mit den virtuellen Automatenspielen trägt einen eigenen Namen – slots.admiralbet.de. Wer dort spielt, ist in einem anderen Produkt mit anderen Regeln unterwegs. Sportwette und Casino sind getrennte Erlaubnisse und getrennte Verträge.

Winamax: ein Bewerben der eigenen Quoten, das sich prüfen lässt

Für Winamax nennt die Liste die WINAMAX (Société anonyme), erste Erlaubnis vom 29.06.2021, Folgeerlaubnis vom 08.12.2022. Der Anbieter bewirbt sich im Footer seiner Website mit einem „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.

Zwei Dinge sind hier auseinanderzuhalten. Das eine: Ein Satz wie „0 % Wettsteuer“ ist eine Marketingaussage, keine Steuerbefreiung. Die Sportwettensteuer trifft den Veranstalter; wie ein Anbieter damit umgeht, ist seine Sache, und „0 %“ auf der Website bedeutet nicht, dass keine Belastung im Preis steckt. Man kann getrost davon ausgehen, dass die 4,8 %-Marke aus dem illustrativen Beispiel oben, oder was immer die tatsächliche Marge ist, den Ort, an dem ein Anbieter eine Belastung trägt, in irgendeiner Form in die Quote einpreist. Sonst würde er es nicht so plakativ schreiben.

Das zweite, und das ist die fairere Seite: Die Odoxa-Studie ist wenigstens überprüfbar. 2.967 Spiele in drei Sportarten über fünf Monate ist eine Datenbasis, mit der man arbeiten kann – auch wenn Schach nicht darunter war, weil Schach nicht in der Stichprobe liegt. Eine dritte Sache, die man bei diesem Anbieter wissen sollte: Die Fußball-, Tennis- und Handballquotierung sagt nichts über die Schachquotierung, wenn er kein Schach anbietet.

888sport: eine Holding mit Börsenhistorie und eine deutsche Tochter

Für 888sport ist die 888 Germany Limited eingetragen, erste Erlaubnis 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Die Muttergesellschaft, die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, ist die Holding der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Ein börsennotiertes Haus mit Sitz in Gibraltar und einer deutschen Tochter mit deutscher Erlaubnis: Das ist die Konstellation, bei der man genauer hinsehen sollte, weil hier zwei Rechtsordnungen nebeneinander bestehen und nur eine für die deutsche Sportwette gilt. Die Londoner Notierung seit 2005 ist ein Zeichen von Beständigkeit, aber keine sportwettbezogene Information. Was im Schach wichtig ist, kann nur das Sportwettprogramm der deutschen Tochter sagen. Der Vorteil eines solchen Hauses: Es hat die Infrastruktur eines Konzerns und die formalen Wege, die dazugehören. Der Nachteil: Ein Konzern kann ein Nischenprodukt aus dem Programm nehmen, wenn der Ertrag nicht passt.

Interwetten: Sitz in Tigne‘ Point, Erlaubnis aus der Anfangszeit

Die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta ist als Inhaberin von Interwetten eingetragen, erste Erlaubnis vom 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Der Sitz ist einer der wenigen, den die Whitelist ausdrücklich mit einer Adresse versieht.

Ein Name, den viele mit Sportwetten verbinden, ein sehr früher Eintrag und eine Bestätigung im Dezember 2022. Was auffällt: Die Adresse in Tigne‘ Point verweist auf denselben maltesischen Firmencluster, in dem auch andere Inhaber aus dieser Liste sitzen. Das ist rechtlich ohne Bedeutung – die deutsche Erlaubnis hängt nicht an einer Adresse. Es ist aber ein Fingerzeig dafür, dass die deutschen Erlaubnisse von Häusern mit einem gemeinsamen Sitz in Europa gehalten werden, die unter deutscher Aufsicht ein eigenes, deutsches Programm fahren.

ODDSET: die deutsche Linie mit Regierungspräsidium im Hintergrund

Die ODDSET Sportwetten GmbH ist als Inhaberin von ODDSET eingetragen, erste Erlaubnis 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte ihr mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale).

ODDSET ist der Fall, bei dem die Erlaubnis nicht nur über eine Domain läuft, sondern über zwei Vertriebswege: Internet und stationär. Wer in einer Annahmestelle steht, ist bei demselben Inhaber wie der, der online spielt. Das ist bei einem Vergleich der einzige Anbieter in dieser Liste, der die stationäre Welt mitbringt, und es ist gleichzeitig der Prüfstein für eine Erwartung: Ein Nischenmarkt wie Schach kann bei einem kleinen, staatsnahen Programm fehlen, während ein großes Haus ihn führt – oder umgekehrt. Die Antwort steht nur im Programm.

Einen wichtigen Unterschied gibt es hier bei der Zuständigkeit: Das Regierungspräsidium hat erteilt, die Aufsicht führt die Behörde in Halle. Ein Beschwerdeweg führt also nicht dorthin, wo die Erlaubnis unterschrieben wurde.

Wovon die Entscheidung am Ende abhängt

Wer jetzt die zehn Anbieter nebeneinanderlegt, sieht ein Ergebnis, das sich nicht in einer Rangfolge ausdrücken lässt, sondern in drei Bedingungen. Alle zehn Anbieter sind erlaubt, und keiner von ihnen hat eine Erlaubnis, die mehr wert wäre als die eines anderen – das ist die erste Bedingung.

Die zweite Bedingung ist der Termin. Ob im laufenden Monat überhaupt ein Schachmarkt entsteht, hängt davon ab, ob eine Weltmeisterschaft oder ein Kandidatenturnier ansteht. In einem Monat ohne solche Veranstaltungen ist die Diskussion über „beste Schachwetten“ eine Diskussion über ein Produkt, das es gerade nicht gibt.

Die dritte Bedingung ist eine Entscheidung des Anbieters selbst. Wo die Erlaubnis die Sportwette erlaubt, entscheidet das Sportwettprogramm, welche Wettarten angeboten werden. Das kann ein Anbieter ändern, und er muss es niemandem vorher ankündigen.

Auf all das folgt eine Konsequenz, die sich in einem Satz fassen lässt: Die Suche nach einem Schachmarkt beginnt nicht bei der Quote, sondern beim Programm. Wer das akzeptiert, kann in wenigen Minuten klären, ob ein Anbieter für ihn in Frage kommt, und sich die Mühe sparen, zehn Seiten zu vergleichen, von denen neun kein Schach führen.

Was von dieser Seite übrig bleibt, ist eine Reihenfolge für den eigenen Weg. Bei der Anmeldung wartet die Verifizierung – Ausweis, Name, Konto, und ohne sie 72 Stunden und 100 € Einzahlungsgrenze. Dann greift das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, das über alle Anbieter hinweg gilt. Dann kommt die Frage nach dem Schachmarkt, und wenn es ihn gibt, steht die Quote in einem sehr schmalen Umfeld, das den Preis der Wette von vornherein teurer macht als bei einem Hauptmarkt. Wer den Monatsrahmen für Nischenmärkte voll ausnutzt, zahlt für die Suche nach dem Ereignis einen Preis, der über der Marge liegt, die die Wette selbst trägt.

Wer mit kleinem Budget anfängt: Die Verifizierung ist die erste Hürde, und sie dauert. Wer hier wartet, sollte nicht in dieser Zeit wetten. Wer mit einem Anbieter anfängt und später wechselt, muss wissen, dass sein Monatslimit mitwandert, weil es aggregiert geführt wird. Und wer bereits eine Sperre in OASIS hat, bleibt gesperrt, gleich ob er noch ein Schachkonto eröffnet.

Häufige Fragen zum Wetten auf Schach in Deutschland

Bieten Anbieter mit deutscher Erlaubnis überhaupt Wetten auf Schach an, und wie prüfe ich das über die Whitelist?

Die Whitelist sagt nur, welche Anbieter Sportwetten anbieten dürfen – nicht, welche Sportarten. Sie ist der Test für die Erlaubnis, nicht für das Programm. Ob Schach dabei ist, steht ausschließlich im Sportwettprogramm des jeweiligen Anbieters. Diese Liste des Spielplans ist die einzige Stelle, an der sich das zuverlässig ablesen lässt.

Wie funktionieren Quoten bei einer Schach-WM, und welche Rolle spielt das Remis?

Ein Zweikampf bei einer WM über 14 Partien kann auf den Matchsieger, den genauen Endsieg oder einzelne Partien bepreist werden – entscheidend ist das Programm des Anbieters. Das Remis wiegt schwer. Bei Meistern enden rund 43 % der Partien unentschieden, und die 3-Punkte-Wertung eines Matches macht das Remis zu einem der häufigsten Einzelergebnisse überhaupt. Für den Außenseiter ist das ein struktureller Nachteil.

Wie hoch ist die Auszahlung bei einer Wette auf den Turniersieger zu einer Quote von 5,00 und 10 € Einsatz?

Der mögliche Rückfluss beträgt 10 € × 5,00 = 50 €. Der Gewinn vor Abzug des Einsatzes liegt bei 40 €, der Nettogewinn also bei 10 € × (5,00 − 1) = 40 €. Das ist der Betrag, der bei einem erfolgreichen Ausgang zurückfließt, nicht ein Erwartungswert für einen Ausgang.

Welche Live-Wetten auf Schach sind in Deutschland zulässig?

Während einer laufenden Partie darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente gesetzt werden – und das nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Auf „nächster Zug“ oder „nächster Punkt“ gibt es keinen zugelassenen Markt. Was ein erlaubter Anbieter anbietet, entscheidet sein eigenes Programm.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Quoten bei Schach aus?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich Steuer“, das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der wettende Spieler. Ob und wie er sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung und nur seinen eigenen Bedingungen zu entnehmen. „5,3 % des Einsatzes“ ist eine ungenaue Darstellung der Steuerpflicht.

Welche Rolle spielt das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, und gilt OASIS auch bei Schach-Wetten?

Das Limit gilt bei erlaubten Anbietern für alle Sportwetten – Schach ist keine Ausnahme. Es wird über die limitdatei LUGAS über alle Anbieter hinweg geführt; eine Erhöhung ist nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglich, eine Absenkung gilt sofort. OASIS wird bei Anmeldung und bei jedem Login abgefragt, unabhängig von der Sportart.

Inhalt erstellt vom Team «Die besten Wett Apps»