Freiwette 2026: Zehn erlaubte Wettanbieter und die Bedingungen, die den Wert entscheiden

Updated Oktober 2026
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Der Satz „bis zu 100 €“ steht bei Bet365 auf der Startseite, und er steht dort nicht ohne Grund: Die Wett-Credits werden erst nach Abrechnung von Wetten in Höhe der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und wer damit gewinnt, bekommt den Einsatz der Wett-Credits nicht zurück. Bis zu 100 € sind also keine 100 €. Das ist kein Ausrutscher eines einzelnen Anbieters, sondern die Bauart des Produkts.

Ein Geschenkband liegt neben einem Fußball auf einem Holzboden, gedämpftes Licht fällt von einem Fenster herein.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Datenstand: 30. Oktober 2026; die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Was eine Freiwette ist und was sie nicht ist

Eine Freiwette, je nach Anbieter auch Gratiswette oder Freebet genannt, ist ein Wett-Credit, den der Veranstalter einem Konto gutschreibt. Der Betrag wird auf dem Wettschein wie ein Einsatz behandelt, sonst wäre die Wette nicht platzierbar. Nur: Der Betrag gehört dem Spielenden nicht. Gewinnt der Schein, wird der Gewinn ausgezahlt — ohne den Einsatz der Freiwette.

Ein Tischkicker in einem leeren Raum, die Spielfiguren in Reihe, Tageslicht fällt durch ein großes Fenster.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Beschreibungen unbrauchbar werden. Ein Anbieter nennt „10 € Gratiswette“, der Spielende hört „10 €“, und tatsächlich wird er bei einer Quote von 2,10 nicht 21 € auf dem Konto sehen, sondern 11 €. Das ist keine Erbsenzählerei; es ist die einzige Größe, die die Freiwette mit einem echten Einsatz vergleichbar macht. Und wenn bei MERKUR BETS ausdrücklich steht, dass bei einem Gewinn der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt wird, dann beschreibt der Anbieter damit nur das, was jede Freebet im Markt tut. Sie schreibt es nur hin.

Der Unterschied zum Bonusgeld ist ein zweiter Grund, weshalb ein Vergleich der Neukundenangebote nicht mit einer Zahl funktioniert. Bonusgeld ist Gutschrift, die zur Auszahlung über Umsatzbedingungen freigespielt werden muss. Eine Freiwette ist die Erlaubnis, einen Schein ohne eigenen Einsatz abzurechnen — mit denselben Umsatzregeln oder, wie bei Winamax, ausdrücklich ohne. „Ohne Umsatzbedingungen“ klingt nach dem besseren Geschäft, und bei Winamax ist es das für die Freebets auch. Aber dieser Satz gilt dort für die Freebets aus dem Willkommensangebot, nicht für das gesamte Konto: Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, wobei die Umsetzung bei 100 € gedeckelt ist und eine Mindestquote von 1,05 gilt.

Was der klassische Wettanbieter-Bonus dagegen verlangt, zeigt Tipwin: Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 sind umsatzwirksam. Der Bonus beträgt dort 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Wer das mit „100 % Bonus“ übersetzt, lässt zwei Drittel des Satzes weg.

Freiwette und Echtgeld: was ein Schein am Ende abwirft

Der schnellste Weg, eine solche Aktion einzuordnen, ist ein Blick auf die zwei Zahlen, die am Ende übrig bleiben. Die erste ist der Wert, den die Freiwette im Durchschnitt überhaupt in Aussicht stellt. Die zweite ist der Preis des Marktes, in dem sie gespielt werden muss.

Für den Durchschnittswert gibt es eine Rechnung, und sie braucht eine Quotenschlüssel-Annahme. Nehmen wir die 10-€-Freiwette und einen Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90 — ein Beispiel, keine abgeschriebene Quote. Aus einem fairen Zweier-Markt mit diesen Quoten bleibt eine Auszahlungsquote von rund 95 %; der Veranstalter behält also knapp 5 % (genauer 1 − 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 5,26 %). Legt man eine Freiwette von 10 € bei Quote 1,90 auf diesen Markt, liegt der durchschnittliche Wert über viele solcher Wetten bei etwa 4,50 €, unter der Annahme, dass der Einsatz nicht mitgezahlt wird. Das ist keine Gewinnerwartung, sondern eine Durchschnittsgröße über eine lange Reihe vergleichbarer Wetten; jeder einzelne Schein endet entweder mit rund 9 € Gutschrift auf dem Konto oder mit null. Und weil das eigene Geld bei einer echten Freiwette gar nicht fließt, ist dieser Betrag der ganze Vorteil des Angebots — nicht der Rahmen nach dem Pluszeichen.

Der zweite Blick gilt der Ränderung des Marktes. Die 5,26 % sind kein Ausreißer, sondern der Beleg dafür, dass eine Freiwette nicht in einer Welt verschenkt wird, in der der Veranstalter nichts verdient. Er sitzt in jeder Quote des Marktes, in dem die Freiwette platziert werden muss, und er sitzt dort unabhängig davon, ob der Schein gewinnt. Deshalb ist der „100 %“-Bonus ein Rechenbeispiel und keine Belohnung: Bei einem 100-%-Bonus bis 100 € angeboten werden, während derselbe Bonus bei Turnover siebenfach auf ein Mindestquotenband ab 1,80 gepresst wird, beschreibt das keine Großzügigkeit, sondern eine Vertriebsform.

Welche Rechte an einem Spielkonto hängen

Eine Freiwette ist eine Vertragsbeilage, und Beilagen haben Fristen. Wer die Bedingungen der Aktionen nebeneinanderlegt, sieht drei Arten von Ablaufdatum, und sie verhalten sich unterschiedlich.

Die erste Frist hängt an der Wette. Bei bet-at-home galt die 10-€-Gratiswette auf „Wer wird Weltmeister 2026?“ für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten, und der Schein musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden; Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Wer sich nach dem Termin anmeldet, hat ein normales Konto und keine Gratiswette — der Kalender hat das Angebot entschieden, nicht der Anbieter.

Die zweite Frist hängt an der Aktivierung. Die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Zwei Fristen für einen Betrag, den man nicht abgeholt hat, weil man nicht wusste, dass zwei Uhren laufen.

Die dritte Frist hängt am Turnover. Der Wettstar-Neukundenbonus beträgt insgesamt bis zu 40 € — 20 € nach der Anmeldung plus ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 € — und muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Bei Tipwin sind Auszahlungen erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt, und für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Das ist die praktische Konsequenz: Ein Konto mit offener Umsatzbedingung ist kein Konto, über das man frei verfügt. Wer sein Guthaben zwischen zwei Anbietern hin- und herschiebt, merkt das erst beim Auszahlungsversuch.

Dazu kommen die Bedingungen, die nicht als Frist erscheinen, aber genauso wirken. Beim Tipwin-Willkommensbonus erhalten nur verifizierte Konten den Bonus; wird vor der Verifizierung eingezahlt, kann er erst mit der nächsten Einzahlung beansprucht werden. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und das Angebot gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Bei Winamax gilt das Willkommensangebot einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto; Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen dort nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Wer die Identitätsprüfung erst nach der Einzahlung startet, schafft sich einen zusätzlichen Warteschritt selbst.

Rechtslage: die Whitelist ist der einzige Prüfstein

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten oder vermitteln will, braucht dafür eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Behörde arbeitet auf Grundlage des GlüStV 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist; sie erteilt die bundesweite Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV, überwacht und ahndet Verstöße nach § 28a. Die Steuer ist dagegen Sache des Finanzamts, nicht der GGL. Und weil eine Erlaubnis nur dann etwas wert ist, wenn man sie prüfen kann, führt die Behörde die Whitelist nach § 9 Abs. 8 — das ist der einzige amtliche Test, ob ein Anbieter erlaubt ist. Die Liste im Stand vom 02.10.2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein beweist allerdings nichts; entscheidend ist der Eintrag, nicht die Endung.

Ein Fußballplatz am Abend aus der Vogelperspektive, Flutlichtmasten ausgeschaltet, die Rasenlinien deutlich sichtbar.
Auf der Whitelist der GGL steht bet365 mit der Hillside (Europe) ENC, Sitz Ta’Xbiex, Malta; Stand der Liste: 2. Oktober 2026.

Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Die Whitelist nennt nur das Erstdatum, niemals ein Ablaufdatum — wer dort ein Enddatum zu sehen glaubt, hat es hinzugelesen.

Ein Punkt wird beim Vergleich regelmäßig übersehen: Nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Ob ein Inhaber zusätzlich Slots, Poker oder Casino anbietet, sagt über sein Sportwettangebot nichts. Es sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Für den prüfenden Blick heißt das: Man sucht den Markennamen und die Sport-Domain, nicht irgendeinen Eintrag desselben Konzerns.

Bet365 als Beispiel für die Prüfung

Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht als Anbieter von Bet365.de die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta; der Stand der Liste ist der 2. Oktober 2026. Erlaubnisdaten: erstmals am 09.10.2020, danach am 27.12.2022. Mehr steht dort nicht, und mehr braucht es auch nicht: Inhaber, Domain, Erstdatum. Wer diese drei Angaben nicht findet, hat den Anbieter nicht geprüft.

Was der Vorgang praktisch verlangt, ist eine Suche mit offenem Ergebnis. Man kann bei einem Anbieter landen, der eine gültige Erlaubnis hat und dessen Name trotzdem nicht auf der Liste steht — dann ist die Suche noch nicht zu Ende, sondern erst an der Stelle, an der man den Domainnamen vollständig mit dem Eintrag vergleicht. Ist er dort nicht, ist der Anbieter für einen Kunden mit Wohnsitz in Deutschland ohne Erlaubnis unterwegs, und das ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV.

Was bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis auf dem Spiel steht

Auf den ersten Blick sieht ein nicht gelisteter Anbieter oft attraktiver aus: höhere Limits, Angebote ohne die deutschen Werbebeschränkungen, Bonusbeträge, die kein Veranstalter mit Erlaubnis in dieser Form ausloben dürfte. Die Kehrseite kommt ohne Ankündigung.

Wer dort spielt, ist an keines der Schutzsysteme angeschlossen. OASIS (§§ 8, 8a), das bundesweite Sperrsystem, wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt; wer sich dort sperren lässt, bleibt bei erlaubten Anbietern gesperrt. Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen, an die Limitdatei LUGAS nach § 6c Abs. 1 ebenfalls nicht. Das 1.000-€-Standardlimit pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, das die Limitdatei durchsetzt, existiert dort schlicht nicht — man kann dort also mehr verlieren, und genau darin liegt die Verlockung. Auch die Sperre über den Panikbutton nach § 6i Abs. 3, die sofort für 24 Stunden greift, gibt es nicht, weil es keinen Anschluss gibt, über den sie wirken könnte.

Dazu kommt der zivilrechtliche Teil, der gerade in Bewegung ist. Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Die Schlussanträge des Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 halten es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Daraus folgt keine Zusage an irgendwen. Es folgt nur, dass ein Spiel bei einem Anbieter ohne Erlaubnis derzeit keine sichere Annahme in beide Richtungen ist, sondern ein offener Rechtsstreit.

Strafrechtlich steht die Sache klar: Das Veranstalten nach § 284 StGB ist mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bewehrt, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielenden sind nicht belegt — daraus wird hier weder ein Freibrief noch ein Drohszenario. Zur Durchsetzung stehen der Behörde Untersagungen, Zahlungsblocking und Netzsperren nach § 9 zur Verfügung.

Die Sportwettensteuer nach §§ 16–25 RennwLottG betrifft ebenfalls nicht nur die Erlaubten: 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ nach §§ 17, 18, das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spielende (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung. Eine gezahlte Steuer ist im Übrigen kein Nachweis einer Erlaubnis.

Wo die Grenzen des Erlaubten verlaufen

Die Erlaubnis sagt nicht nur, wer anbieten darf, sondern auch was angeboten werden darf. Feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin sind als Einzel- oder Kombiwette zulässig (§ 21 Abs. 1) — und nur die Wettarten, die die GGL zugelassen hat (Sportwettprogramm, § 21 Abs. 5).

Live ist der Radius eng. Während eines laufenden Ereignisses darf nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Wer aus dem Live-Programm eines Anbieters auf die Erlaubnis schließt, verwechselt also die Reihenfolge — nicht jedes Angebot im Livebereich sagt etwas darüber aus, was die Behörde zugelassen hat.

Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, ferner manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist; ein erlaubtes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Für Werbung und Bonus gilt: Werben darf nur, wer die Erlaubnis hat (§ 5 Abs. 7). Das Verbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Und das GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen der Anbieter selbst. Ein Werbecode gehört nicht in eine Analyse — was ein Angebot wert ist, steht in seinen Konditionen, nicht in einem Kürzel.

Was die Aktion bei den eigenen Schutzregeln ändert

Eine Freiwette ändert keine einzige der Regeln, die für ein Spielkonto gelten. Sie ist der Anlass, an dem ein Konto entsteht, und damit der Moment, in dem die Regeln zum ersten Mal greifen.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter gibt es ein Konto, und es ist vollständig zu verifizieren (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, kann für einen Einzelnen ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, bei 10.000–30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden —, aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt nicht. Eine Absenkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h untersagt und wird über die Aktivitätsdatei verfolgt.

OASIS prüft bei Registrierung und Anmeldung. Wer sich dort mit Zeitangabe sperrt, bleibt mindestens 3 Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens 1 Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 blockiert sofort für 24 Stunden, ohne Vorlauf und ohne Begründung.

Für Zahlungen gilt § 6b Abs. 4: Ein- und Auszahlungen nur über ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig — das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Und der Satz, der am häufigsten überlesen wird: Eine Freiwette ist kein Grund, mehr einzuzahlen. Wer wegen eines 25-€-Freebets die Ersteinzahlung verdoppelt, hat den Wert der Freiwette bereits verbraucht, bevor die erste Wette abgerechnet ist. Das Einzahlungslimit ist keine Empfehlung, es ist die Obergrenze, die der Anbieter nicht überschreiten darf.

Die geprüften Anbieter im Vergleich

Alle zehn Häuser unten sind Inhaber einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der GGL im Stand vom 02.10.2026. Das ist keine Rangfolge und keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Angebot in dieser Form überhaupt ausgelobt werden darf.

Anbieter Whitelist-Status und Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Betway Sportwetten-Erlaubnis für Betway.de, Inhaber Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
Bet3000 Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000.de, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 22.04.2026
MERKUR BETS Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS, Inhaber Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Tipico Sportwetten-Erlaubnis für Tipico.de, Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
Tipwin Sportwetten-Erlaubnis für Tipwin.de, Inhaber Tipwin Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 und 09.01.2024
DAZN Bet Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet, Inhaber DZBT Operations Limited 22.08.2023
Betano Sportwetten-Erlaubnis für Betano.de, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited, San Ġiljan, Malta 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
VBet Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de, Inhaber SCGO Limited, St. Julian’s, Malta 05.12.2023
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten.de, Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bet365 Sportwetten-Erlaubnis für Bet365.de, Inhaber Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Was die Spalte „seit“ nicht zeigt, ist der Ablauf. Die Whitelist nennt nur Erstdaten; eine erste Erlaubnis gilt nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre, und über Verlängerungen sagt die Liste nichts. Man liest dort also den Beginn einer Erlaubnisgeschichte, nicht ihr Ende.

Die Spreizung der Erstdaten ist der zweite Befund. Tipico, Tipwin, bet365 und Sportwetten.de sind seit 2020 dabei, Betano seit 2021, MERKUR BETS und VBet seit 2023, DAZN Bet ebenfalls 2023. Bet3000 fällt heraus: Erstdatum 22. April 2026, und das ist rund fünf Monate vor dem Stand der Liste. Wer heute ein Konto eröffnet, tut das bei einem Haus in den ersten Monaten seiner Erlaubnis, mit einem Veranstalter I.B.C. Sportsbetting Limited aus Sliema auf Malta. Das ist zulässig und es ist ein anderer Fall als ein seit sechs Jahren gelisteter Anbieter — nicht besser oder schlechter, aber weniger Vergangenheit, an der man sein Verhalten messen könnte.

Malta als Sitz zieht sich durch die ganze Liste: Hillside (Europe) ENC, Tipico Co. Limited, Betway Limited, Tipwin Limited, Merkur Bets Malta Limited, Betkick Sportsbetting Limited, SCGO Limited und I.B.C. Sportsbetting Limited sitzen dort. Der Sitz sagt nichts über die Erlaubnis — erlaubt ist, wer in der Whitelist steht —, aber er sagt etwas über die Struktur: Es ist derselbe Aufsichtsraum, in dem fast alle deutschen Sportwettenanbieter verwaltet werden. Wer den deutschen Rechtsweg sucht, findet ihn über die Erlaubnis und die deutsche Aufsicht, nicht über den Firmensitz.

Betway: Freiwette mit Zahlungsmarken-Bedingung

Betway führt seit dem 09.03.2021 eine Erlaubnis, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022, Inhaber der Erlaubnis für Betway.de ist die Betway Limited. Das Willkommensangebot ist eine Freiwette, und der Kniff steckt in der Zahlungsabteilung.

Bei Betway beträgt die Mindesteinzahlung per Skrill 5 €, die Mindestauszahlung 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Entscheidend ist der Zusatz: Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Die Zahlungsmethode entscheidet also mit, welchen der beiden Wege ein Konto nimmt. Wer mit Skrill einzahlt, verliert den Zugang zum Bonusgeld — und wer das erst nach der Einzahlung merkt, hat die Wahl nicht mehr.

Ähnlich bei Trustly: Mindesteinzahlung 5 €, Mindestauszahlung 10 €, Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei. Ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Diese Kombination aus „nur mit offener Umsatzbedingung“ und „nur nach vorheriger Trustly-Einzahlung“ schließt einen Auszahlungsweg aus, der bei anderen Anbietern offensteht.

Das Fazit für dieses Haus: Betway belohnt die Zahlungsdisziplin. Wer ohnehin per Trustly oder Skrill ein- und auszahlen will und mit der Freiwette statt dem Bonusgeld zufrieden ist, bekommt saubere 24-Stunden-Auszahlungen. Wer den klassischen Einzahlungsbonus will, sollte die Einzahlung nicht über Skrill laufen lassen.

Bet3000: Erlaubnis mit kurzer Geschichte

Bet3000 steht für die Sportwetten unter Bet3000.de auf der Whitelist; als Veranstalter führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Erlaubnis ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Damit ist Bet3000 der jüngste Eintrag dieses Vergleichs — fünf Monate alt zum Stand der Liste. Das ist die ganze Besonderheit, und sie ist nicht klein. Ein Anbieter in den ersten Monaten seiner Erlaubnis hat noch keine Routine, an der man sein Verhalten gegenüber Reklamationen, Auszahlungszeiten oder Bonusstreitigkeiten ablesen könnte, und die GGL hat über ihn noch keine längere Aufsichtsakte. Für einen Spielenden heißt das: Die Erlaubnis ist da, die Prüfung der Whitelist fällt also positiv aus, aber die eigene Erfahrung anderer mit diesem Haus ist dünn.

Wer Bet3000 ausprobieren will, sollte auf das schauen, was der einzelne Schein hergibt — Quoten, Auszahlung, Erreichbarkeit —, statt auf die Bonusbeschreibung. Ein Erlaubnisdatum von 2026 ist kein Qualitätsmangel. Es ist nur kein Vorsprung.

MERKUR BETS: Freebet mit zwei Uhren und einem Club

MERKUR BETS ist mit der Merkur Bets Malta Limited seit dem 06.11.2023 auf der Whitelist für MERKUR BETS vertreten. Das Neukundenpaket ist bekannt: laut Mitteilung vom 14.10.2024 gab es bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.

Die zweite Ebene ist der MERKUR BETS CLUB, und er zeigt, wie eng solche Aktionen getaktet sein können. Der Club schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Aktivieren: innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“. Verfallen: wenn nicht innerhalb von 7 Tagen genutzt. System- und Mehrwegwetten sind für diese Freebet nicht zulässig, nur Einzel- oder Kombinationswetten. Kein Cashout bei einer mit Freebet platzierten Wette, und bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt; auf Wetten mit Quotenboost gilt sie nicht.

Dazu der Kombi-Boost, der anders rechnet, als der Name vermuten lässt: ab fünf Auswahlen ein Prozentbonus auf den Gewinn, 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, mit einer Mindestquote je Auswahl von 1,21. Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt.

Was hier zu beurteilen ist: MERKUR BETS ist der einzige Anbieter in dieser Runde, bei dem die Freiwette nicht nur ein Neukundenereignis ist, sondern in ein Belohnungssystem mit Wochentakt und eigenen Fristen eingebaut wird. Wer regelmäßig Kombiwetten mit fünf oder mehr Auswahlen spielt, bekommt dort ein zweites, dauerhaftes Vergütungsmodell — allerdings eines, das an die Quote je Auswahl gekoppelt ist und deshalb nicht zu jedem Wettschein passt.

Tipico: der gelistete Platzhirsch ohne Freiwette im Datenblatt

Tipico führt die Erlaubnis für Tipico.de seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 09.12.2022, Inhaber ist die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle.

Und damit zur Eigenschaft, die bei einer Seite über Freiwetten unbequem ist: Tipico lässt sich mit einem konkreten Neukunden-Freiwettenangebot nicht beschreiben. Es gibt keine Freiwette, die hier mit Betrag, Mindestquote und Frist stünde. Wer Tipico in einen solchen Vergleich aufnimmt, muss das ehrlich benennen, und ich tue es: Das Haus passt nicht in die Reihe der Häuser mit ausgewiesener Freiwette.

Das heißt nicht, dass es keinen Platz in einer solchen Liste hätte. Tipico ist mit der Erlaubnis aus dem Jahr 2020 und dem Vorgang, der beim Bundesgerichtshof liegt, einer der beiden Namen in dieser Runde, an denen sich das deutsche Lizenzregime gerade rechtlich abarbeitet — der Kläger im Vorlageverfahren fordert Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018, aus einer Zeit vor der heutigen Erlaubnislage. Wer bei Tipico spielt, spielt bei einem etablierten Anbieter, dessen Vertragswerk in einem Vorlageverfahren zum EuGH hängt. Ein Freiwettenangebot ist dafür kein Kriterium.

Tipwin: Bonus, der verifizierte Konten voraussetzt

Tipwin hält die Erlaubnis für Tipwin.de, erstmals am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und vom 09.01.2024; Inhaber ist die Tipwin Limited. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €, und die Umsatzhürde ist die härteste in dieser Runde: Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 sind umsatzwirksam.

Die Verifizierungsregel ist der zweite Block: Nur verifizierte Konten erhalten den Bonus; wird vor der Verifizierung eingezahlt, kann er erst mit der nächsten Einzahlung beansprucht werden. Wer also in der Erwartung einzahlt, den Bonus sofort zu sehen, erhält ihn erst beim zweiten Vorgang. Dazu: Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und das Angebot gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.

Und Tipwin ist der Anbieter, bei dem die Umsatzbedingung das Konto am direktesten einsperrt: Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt, und für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein.

Die Urteilsfrage ist damit nicht, ob der Bonus groß ist. 100 € bei 100 % der Einzahlung sind der Marktstandard. Die Frage ist, ob man bei einer Umsatzbedingung von siebenmal — auf beide Beträge gerechnet — und einem Mindestquotenband von 1,80 die Zeit und die Disziplin hat, das durchzuhalten. Wer den Bonus als Gratiszugabe mitnimmt und zwei Wochen später auszahlen will, wird an der Wettscheinregel scheitern.

DAZN Bet: Cashout mit Ausnahme für die Freiwette

DAZN Bet ist für DAZN Bet mit der DZBT Operations Limited seit dem 22.08.2023 auf der Whitelist. Die Eigenheit dieses Hauses liegen in den Funktionsgrenzen, und eine davon betrifft genau das Thema: Cash Out ist bei DAZN Bet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit von Cash Out wird nicht garantiert.

Der letzte Halbsatz ist der wichtigere. Cash Out ist kein Recht, sondern eine Option, deren Angebot sich täglich ändern kann. Wer seine Strategie darauf aufbaut, baut sie auf eine Größe, die der Anbieter nicht stabil zusagt. Und genau deshalb ist die Freiwette die falsche Wette für einen Cashout-Plan: Sobald der Schein als Freiwette läuft, ist der Ausstieg zu.

Was den Vergleich angeht, ist DAZN Bet damit ein Haus für Spielende, die Einzel- und Kombiwetten ohne Zwischenausstieg spielen. Es gibt keine Freiwette, die hier mit Betrag und Frist stünde, und die Erlaubnis ist seit dem Sommer 2023 ununterbrochen in der Liste. Wer Cashout regelmäßig nutzt, sollte das wissen, bevor er einen Schein mit Freebet platziert.

Betano: Erlaubnis mit langer Linie

Betano ist für Betano.de mit der Betkick Sportsbetting Limited aus San Ġiljan auf Malta gelistet; die Erlaubnis läuft seit dem 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Betano gehört damit zur Gruppe der seit 2021 gelisteten Häuser und ist, anders als der Name vermuten ließe, ein deutscher Anbieter mit deutscher Erlaubnis unter maltesischer Veranstaltergesellschaft. Ein Neukunden-Freiwettenangebot mit Betrag, Mindestquote und Frist ist für Betano in dieser Runde nicht belegt, und das gehört auf eine solche Seite gesagt, statt eine Lücke mit einem geläufigen Bonusbetrag zu füllen. Was bleibt, ist das Feld, das kein Datenblatt füllt: Der Anbieter ist als etablierte Marke im deutschen Markt positioniert, was jedem Spielenden auffallen dürfte, der sich die Quoten und die Live-Programme ansieht.

Die sachliche Konsequenz für einen Leser: Wer die Freiwette als Suchkriterium nimmt, sortiert Betano aus. Wer ein lange gelistetes Haus mit deutscher Erlaubnis sucht und Quoten und Wettprogramm wichtiger nimmt als die Neukundenaktion, hat hier einen Kandidaten.

VBet: Erlaubnis seit Ende 2023

VBet steht für Vbet.de mit der SCGO Limited auf der Whitelist; die SCGO Limited sitzt im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta, und die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023.

Damit gehört VBet zur jüngeren Gruppe, ist aber keine Neuerscheinung auf dem deutschen Markt: Der Erlaubnisbeginn fällt auf Ende 2023, rund zwei Jahre vor dem Stand der Liste. Ein Freiwettenangebot ist auch hier nicht mit Betrag und Frist belegt. Wer VBet prüft, prüft also zuerst die Whitelist — der Anbieter steht dort — und danach das eigene Wettprogramm.

Die drei Neueren dieses Vergleichs, VBet, MERKUR BETS und DAZN Bet, kommen übrigens alle aus den Jahren 2023 und 2024 und liegen damit nach der Konsolidierungsphase des Marktes. Ein Erlaubnisbeginn in dieser Zeit sagt nichts über die Qualität, aber viel über das Wettangebot: Diese Häuser sind in einer Ära strenger Vorgaben gestartet und haben kein Altgeschäft mit anderen Regeln hinter sich.

Sportwetten.de: Einzahlungsbonus mit Sofortgutschrift

Sportwetten.de führt die Erlaubnis für Sportwetten.de seit dem 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022, Inhaber ist die NetX Betting Limited. Das Willkommensangebot ist ausdrücklich ein Einzahlungsbonus, nämlich Bonusgeld und keine Freiwette: 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, gutgeschrieben sofort nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €, maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung.

Der Unterschied zur Freiwette ist an dieser Stelle mehr als eine Begrifflichkeit. Bonusgeld liegt als Guthaben auf dem Konto und wird erst durch Umsatz zur Auszahlung frei. Eine Freiwette ist ein Schein ohne eigenen Einsatz. Bei Sportwetten.de bekommt der Neueinsteiger also Guthaben, mit dem er einen Schein mit eigenem Einsatz platzieren kann, und das ist für viele Spielende der angenehmere Weg. Wer dagegen eine Wette ohne eigenes Risiko ausprobieren will, wird hier nicht fündig.

Bemerkenswert ist die Sofortgutschrift: keine Wartefrist, keine Aktivierungsfrist, die erst abgewartet werden müsste. Bei einer Menschenmenge, die bei MERKUR BETS zwei Uhren im Blick behalten muss, ist das eine angenehme Einfachheit — und ein Hinweis darauf, dass die Fristenwoelle nicht bei jedem Haus gleich hoch ist. Bleibt die Frage nach den Umsatzbedingungen, die bei Bonusgeld den eigentlichen Preis bestimmen. Sie stehen in den Bedingungen des Anbieters, und wer sie liest, bevor er einzahlt, spart sich die Enttäuschung beim Auszahlungsversuch.

bet365: bis zu 100 € in Wett-Credits

bet365 führt die Erlaubnis für Bet365.de seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022, Inhaber der Erlaubnis ist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Das Neukundenangebot ist mit „bis zu 100 € in Wett-Credits“ ausgewiesen; die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Zwei Bedingungen liegen in diesem einen Satz, und sie wirken zusammen. Die erste ist zeitlich: Die Credits kommen nicht mit der Einzahlung, sondern erst danach, wenn Wetten in Höhe der Einzahlung abgerechnet sind. Zwischen Einzahlung und Gutschrift liegt also ein eigener Erstumsatz, der aus Echtgeld läuft. Die zweite ist die Höhe: Der Einsatz der Wett-Credits steckt nicht im Gewinn. Bei einem Sieg mit Quote 1,90 kommen aus 10 € Einsatz rund 9 € aufs Konto statt 19 €.

Beides zusammen ergibt das Rechenbild, das im Abschnitt „Freiwette und Echtgeld: was ein Schein am Ende abwirft“ steht: Bewertet man eine 10-€-Wett-Gutschrift auf einen Markt mit 1,90/1,90, liegt der Durchschnittswert über viele Wetten hinweg bei etwa 4,50 €. Das ist eine Größenordnung, keine Messung des Einzelfalls. Der eine Schein zahlt aus oder nicht.

Dazu das Funktionspaket: bet365 bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Im Hilfezentrum sind Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette läuft bei einer Auswechslung weiter — und „Wette teilen“ beschrieben.

Unterm Strich ist das der Anbieter dieses Vergleichs, bei dem die Neukundenaktion am stärksten an das eigene Produkt gekoppelt ist. Wer Einzelwetten ohne Boosts und ohne Kombiquoten spielt, nutzt von dem Paket nur die Gutschrift — und die ist, wie gerechnet, spürbar kleiner als ihr Nennwert.

Was bei Cashout und Freiwette zusammen nicht geht

Über sechs Häuser hinweg wiederholt sich ein Muster, das man beim Abschluss einer Freiwette kennen sollte: Ein Schein, der mit Bonusgeld oder Freebet läuft, ist aus dem Cashout-System heraus. Bei DAZN Bet gilt Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten; bei Sportingbet ist es ebenso — nur Einzel- und Kombiwetten, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten, wobei der Betrag sich nach den aktuellen Quoten richtet und erst nach Wettauswertung gutgeschrieben wird. Bei MERKUR BETS ist bei einer mit Freebet platzierten Wette kein Cashout möglich. Winamax erlaubt Cashout bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, nicht aber bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten; ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren; für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar.

Wer also eine Freiwette platziert und den Schein in der Halbzeit schließen will, findet die Tür verschlossen — nicht als Strafe, sondern als Konsequenz daraus, dass die Wette kein eigenes Geld enthält. Bei bpremium gibt es zusätzlich eine Besonderheit, die zeigt, wie unterschiedlich Bonusgewinne behandelt werden: Bonusgewinne aus Sportwetten können laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden, und Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.

Für den Spielenden ist das die praktische Reihenfolge: erst wissen, ob der geplante Schein ein Ausstiegsszenario braucht, dann entscheiden, ob er mit Bonusgeld oder Freebet laufen soll. Umgekehrt — erst platzieren, dann den Ausstieg suchen — endet in einer gesperrten Option und einer Wette, die man nun bis zum Ende behalten muss.

Wie man eine Freiwette bewertet, bevor man einzahlt

Die Bewertung eines solchen Angebots hat vier Eingänge, und alle vier stehen in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, nicht in einer Übersicht.

Der erste ist der Nennwert und der Typ. Ein Wett-Credit über 100 € ist nicht dasselbe wie 100 € Bonusgeld. Der zweite ist die Regel, wie der Gewinn gebildet wird: Enthält er den Einsatz oder nicht? Bei Bet365, MERKUR BETS und den meisten Freiwetten enthält er ihn nicht. Der dritte ist die Bedingung, die man erfüllen muss: Umsatzfaktor, Mindestquote, Zahl der Wettscheine und die Deckelung je Wettschein — bei Tipwin siebenmal auf Einzahlung plus Bonus, je Wettschein höchstens 100 € und Mindestquote 1,80. Der vierte ist die Frist: Aktivierung, Nutzung, Umsetzung, und ob Auszahlungen bis zur Erfüllung gesperrt sind.

Die Mindestquote ist der Punkt, an dem der Wert am leisesten verschwindet. Steht eine Mindestquote von 1,80 im Umsatzmodell, sind Wetten auf Favoriten mit Quote 1,20 nicht nur uninteressant — sie zählen gar nicht mit. Wer sein Konto also ausschließlich mit engen Favoritenwetten bespielt, für den ist die Umsatzbedingung härter als sie aussieht, weil nur ein Teil seiner Wetten überhaupt mitzählt.

Und die Frist ist der Punkt, an dem der Wert verschwindet, wenn man zu langsam wird. Der Wettstar-Bonus verfällt nach 60 Tagen, wenn die fünfmalige Umsetzung nicht erreicht ist. Bei Tipwin bleibt die Auszahlung gesperrt, solange die Umsatzbedingungen offen sind. Der Wert einer Aktion steht deshalb nie allein in der Kopfzeile; er steht erst dort, wo Frist, Mindestquote und Regel zum Einsatz zusammen bekannt sind.

Wo man selbst prüft und wo man selbst entscheidet

Gute Absicht vorausgesetzt, ist die Prüfliste kurz, und sie lässt sich an jedem Ort durchführen, an dem man gerade ist: an der eigenen Küchentür, im Laden vor dem Wettschalter, auf dem Sofa.

Zuerst die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Man ruft die Liste auf, sucht den Markennamen und vergleicht die Sport-Domain mit dem Eintrag. Steht der Anbieter mit Erlaubnis für die Domain dort, ist die Lizenzpflicht erfüllt. Steht er nicht dort, ist die Sache entschieden — unabhängig davon, welche Lizenz aus welchem anderen Staat auf der Startseite zu sehen ist. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Relevanz. Und ein eigener deutscher Eintrag mit Slot- oder Casino-Erlaubnis sagt nichts über die Sportwetten-Erlaubnis derselben Gruppe.

Dann die Bedingungen der Aktion selbst. Man sucht die Regel zum Einsatz, die Mindestquote, die Frist, die Zahl der Wettscheine und die Frage, ob Auszahlungen bis zur Erfüllung gesperrt sind. Fehlt eine dieser Angaben auf der Aktionsseite, steht sie meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, und das ist kein Zeichen für ein schlechtes Angebot, sondern der Normalfall.

Schließlich das eigene Verhalten. Wer ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg hat, sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Anbieter ihn bremst — er wird es tun, aber die Rechnung, ob eine zusätzliche Einzahlung wegen einer Freebet sinnvoll ist, stellt man selbst. Ein Freiwette-Angebot ist ein Rabatt auf ohnehin geplante Wetten. Ist keine Wette ohnehin geplant, ist es kein Rabatt, sondern ein Anlass.

Häufige Fragen zur Freiwette

Was bedeutet Freiwette bei Sportwetten?

Eine Freiwette ist ein Wett-Credit, also ein Betrag, den der Anbieter auf den Wettschein setzt, ohne dass der Spielende ihn zuvor eingezahlt hat. Die Wette läuft wie eine normale Wette, die Auszahlung wird aber meist ohne den Einsatz der Freiwette gerechnet — aus einem Schein über 10 € bei Quote 2,10 werden dann rund 11 € statt 21 €.

Wird der Einsatz einer Freiwette zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?

In der Regel nicht. Die Freiwette ist eine Gutschrift auf dem Wettschein, kein Guthaben, das dem Spielenden gehört. Bei Bet365 steht ausdrücklich, dass Gewinne den Einsatz der Wett-Credits nicht enthalten, und bei MERKUR BETS wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Wer mit Freiwetten arbeitet, sollte immer diese Regel zuerst prüfen.

Woran erkennt man, ob eine Freiwette ohne Einzahlung an Bedingungen geknüpft ist?

An drei Angaben in den Aktionsbedingungen: an einer Frist für Platzierung oder Nutzung, an einer Mindestquote und an einer Umsatzbedingung. Findet man keine dieser Angaben auf der Aktionsseite, gehören sie in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Fehlen sie auch dort, prüft man den Schein im Wettschein-Modus, bevor man ihn endgültig absendet.

Wie prüft man auf der GGL-Whitelist, ob ein Anbieter eine Freiwette rechtmäßig anbieten darf?

Man sucht den Markennamen und die Sport-Domain in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und vergleicht den Inhaber der Erlaubnis. Nur wenn der Anbieter dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis für dieses Angebot steht, darf er in Deutschland Sportwetten veranstalten oder vermitteln. Eine .de-Domain allein ist kein Nachweis.

Wie wirken sich Mindestquote und Umsatzbedingungen auf den Wert einer Freiwette aus?

Sie verkleinern ihn, und zwar messbar. Eine Mindestquote bandet die Wetten aus, die man ohnehin spielen würde — bei Mindestquote 1,80 zählen Favoriten unter dieser Quote nicht mit. Eine Umsatzbedingung verlangt zusätzliches Spiel: Bei siebenfacher Umsetzung von Einzahlung und Bonus auf Wetten mit Quote ab 1,80 ist der Bonus erst nach einer ganzen Reihe von Wettscheinen frei.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Freiwette bei einer Quote von 2,50, wenn der Einsatz nicht mitgezahlt wird?

Der Gewinn ist der Freiwettenbetrag mal der Quote, ohne den Einsatz. Bei einer Freiwette über 10 € und Quote 2,50 ergibt das 25 € Auszahlung — aber der Freiwetteneinsatz von 10 € wird nicht zusätzlich ausgezahlt, wie es bei einer Echtgeldwette der Fall wäre, die dann 25 € Einsatz-plus-Gewinn-Summe auf den Schein bringt. Die Differenz ist der Preis der Freiwette.

Inhalt erstellt vom Team «Die besten Wett Apps»