Afrika-Cup-Wetten in Deutschland: zwei Turniere, ein Jahr ohne Edition und zehn erlaubte Wege
Wer im Jahr 2026 nach einem Afrika-Cup sucht, sucht nach einem Turnier, das es so nicht gibt. Der Afrika-Cup 2025 wurde vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko ausgetragen, die nächste Ausgabe ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda angesetzt. Dazwischen liegt eine Pause, und in dieser Pause liegt der Kern dieses Themas: Wer auf den Afrika-Cup wetten will, kann in Deutschland nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis spielen — und die Auswahl, die sich daraus ergibt, ist kleiner und unübersichtlicher, als die Werbung glauben lässt. Im Vordergrund steht deshalb nicht die eine beste Adresse, sondern die Frage, welche Wege es überhaupt gibt und welcher zu welchem Spieler passt.

Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben in diesem Text wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, die amtliche Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter mit Sitzstand 2. Oktober 2026.
Warum im Jahr 2026 kein Afrika-Cup angepfiffen wird
Das Jahr im Suchbegriff ist ein Datum, kein Turniername. Die Ausgabe 2025 wurde wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 vom Sommer auf den Jahreswechsel verschoben — ein Turnier über Weihnachten, das am 21. Dezember 2025 begann und am 18. Januar 2026 endete. 24 Nationen spielten in Marokko. Es gibt keine Ausgabe, die im Jahr 2026 gespielt wird.

Daraus folgt für jeden Wettschein eine unbequeme Konsequenz: Ein Turniersieger-Markt auf „den Afrika-Cup“ existiert außerhalb der Turnierfenster nicht. Quoten zu einem Turnier, dessen Anpfiff Monate entfernt ist, sind entweder gar nicht im Programm oder so früh angesetzt, dass sie auf wenigen Einsätzen beruhen. Wer in der Pause auf afrikanischen Fußball setzen will, landet bei Qualifikationsspielen, bei den laufenden Ligen oder bei einem der wenigen Anbieter, die solche Nischen überhaupt bepreisen.
Ein zweiter Punkt gehört zur Vollständigkeit: Das Ergebnis des letzten Turniers ist nicht unumstritten. Im Finale am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko mit 1:0 nach Verlängerung; zwei Monate später wertete die CAF die Partie mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Für die Auswertung abgeschlossener Wetten ist das ein Sonderfall — ein nachträglich am grünen Tisch geändertes Ergebnis ist selten, und die Wettregeln der Veranstalter enthalten dafür üblicherweise eigene Klauseln.
Das Turnier 2025: Marokko und der Sonderfall im Finale
Turnierform und sportliche Zahlen lohnen den Blick, weil sie erklären, wovon Live-Quoten am Ende abhängen. Gespielt wurden sechs Vierergruppen, weiter kamen die Gruppenersten und -zweiten sowie die vier besten Gruppendritten; danach folgte ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschießen bei Gleichstand nach regulärer Spielzeit. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren. Im Spiel um Platz drei behielt Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschießen mit 4:2 die Oberhand.
Senegal hatte sich den Titel auf dem Platz geholt. Was von einem Endspiel bleibt, entscheidet am Ende aber nicht nur der Rasen: Ein Elfmeterschießen, eine Verlängerung, ein Platzverweis in der Nachspielzeit — jeder dieser Vorgänge ist ein eigener Markt mit eigener Bepreisung, und wer auf „Endstand nach 90 Minuten“ setzt, verfolgt ein anderes Ereignis als der, der auf „Weiterkommen“ setzt. Der Fall Marokko gegen Senegal zeigt in Reinform, warum diese Unterscheidung kein Spitzfindigkeitsthema für Regelkundige ist, sondern praktische Voraussetzung für jede K.-o.-Wette.
Afrika-Cup: 54 Mannschaften meldeten sich für die Qualifikation zur Ausgabe 2027. Organisiert wird das Turnier von der CAF, erstmals ausgetragen 1957. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze bleibt Samuel Eto’o mit 18 Treffern. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil; nach der Austragung 2027 soll der Afrika-Cup ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden.
Der Ausblick: Kenia, Tansania und Uganda 2027
Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda gespielt werden — erstmals ein Turnier mit drei Gastgebern. Für die Qualifikation meldeten sich 54 Mannschaften an, mehr als je zuvor in der Geschichte des Wettbewerbs.
Wer über Monate voraus plant, für den ist die Konstellation in mehrerer Hinsicht interessant. Drei Gastgeber bedeuten drei Stadien mit unterschiedlicher Kapazität, unterschiedlichem Klima und unterschiedlicher Reisestrecke für die Gäste. Solche Faktoren fließen in Quoten ein, sie sind aber kein System — am Ende bleibt jede Quote eine Wahrscheinlichkeit mit einer Marge darin, nicht eine Prognose. Vorentscheidungen, Aufstellungen und Verletzungen aus einem halben Jahr Vorlauf in eine Quote für Juni 2027 zu übersetzen, gelingt auch dem größten Anbieter nur unvollkommen.
Für den Spieler heißt das: Ein früh platzierter Turniersieger-Tipp bindet Geld über Monate, während sich die Einschätzung jede Woche verschiebt. Wer die Entwicklung abwarten will, wartet — meist kostet diese Geduld nichts außer der Möglichkeit, dass sich die Quote im eigenen Sinne verschlechtert.
Die Rechtslage
Die Whitelist ist der einzige Prüfstein. Sie ist die amtliche Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags, geführt von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Die Aufsicht ergibt sich aus dem GlüStV 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist; die GGL erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet, beaufsichtigt und ahndet Verstöße. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.

Die Momentaufnahme vom 2. Oktober 2026 trägt 30 Einträge: 27 Erlaubnisinhaber mit Sportwetten-Erlaubnis — zwei davon zusätzlich Pferdewetten — und drei Anbieter, die ausschließlich Pferdewetten veranstalten dürfen. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Adresse allein beweist allerdings nichts; entscheidend ist der Eintrag, nicht die Endung.
Wer das prüfen will, ohne sich zu verheddern, achtet auf zwei Dinge. Erstens: Es muss die Sportwetten-Erlaubnis für die Domain sein, auf der gespielt wird. Eine Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnis desselben Halters ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln und sagt über den Sportwetten-Bereich nichts. Zweitens: Die Whitelist nennt Erteilungsdaten, aber kein Ablaufdatum. Eine Erlaubnis wird erstmals für fünf Jahre erteilt; „bis wann“ steht dort nicht, und eine Angabe dazu wäre erfunden.
Was in Deutschland erlaubt ist — und was nicht
Was überhaupt angeboten werden darf, ist enger gefasst, als der Begriff „Sportwetten“ nahelegt. Zulässig sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorgänge darin, als Einzel- oder Kombinationswette — und nur in Wettarten, die die GGL in ihrem Sportwettprogramm zugelassen hat.
Live-Wetten sind erlaubt, aber beschränkt: Während eines laufenden Ereignisses dürfen nur das Endergebnis oder das nächste Tor, der nächste Satz oder ein ähnlicher Bestandteil in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind, Gegenstand der Wette sein. Das nächste Tor im Fußball und der nächste Satz im Tennis sind möglich; der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball nicht. Ausgeschlossen sind zudem Ereignisse, die überwiegend Minderjährige oder Amateure betreffen — wobei die Behördenpraxis unterhalb der 3. Liga im Fußball von Amateuren ausgeht —, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig, und E-Sport-Wetten sind es ebenfalls nicht: E-Sport ist in dieser Systematik kein Sport, eine erlaubte E-Sport-Wette existiert in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt, und einen gesetzlichen Einsatzdeckel pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Ein Hinweis zur Vorsicht: Eine .de-Domain eines Nicht-Erlaubnisinhabers bleibt unerlaubtes Glücksspiel. Steuer gezahlt zu haben ist kein Nachweis einer Erlaubnis, und die Sportwettensteuer trifft den Veranstalter, nicht den Spieler.
Der nicht erlaubte Weg: Offshore und warum er teuer wird
Was jenseits der Whitelist liegt, ist kein schärferer Weg zum selben Ziel. Das Veranstalten von Sportwetten für Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel. Eine maltesische, curaçaoische oder anjouanische Erlaubnis hat im deutschen Rechtsverkehr keine Bedeutung — und die Behörde warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten. Am 17. September 2026 wandte sie sich öffentlich gegen die Teilnahme an illegalen Angeboten, „wie etwa Platincasino“, und begleitete das mit dem Hinweis auf einen erfolgreichen Schlag gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe.
Strafrechtlich ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus wird aber weder eine Empfehlung noch eine Drohung. Es ist schlicht eine offene Frage, an der sich keine Erwartung festmachen lässt.
Interessanter ist die zivilrechtliche Spur. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 kommt EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 zum Ergebnis, dass die Verpflichtung unerlaubter Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich möglich wäre — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Entscheidung des Gerichtshofs steht damit noch aus, und sie verspricht niemandem eine Rückzahlung.
Sachlich gerecht gelesen bleibt ein Tauschgeschäft. Offshore heißt: keine Erlaubnis, keine Anbindung an OASIS oder LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, möglicherweise höhere Limits. Whitelist heißt: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich im Standardfall, beschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlung vom eigenen Konto. Beide Hälften dieses Satzes sind wahr, und wer nur eine davon hört, ist falsch informiert.
Die Whitelist im Vergleich der zehn Anbieter
Die folgende Übersicht stellt die Erlaubnislage der zehn Anbieter zusammen, die in der Tabelle unterhalb einzeln besprochen werden. Sie ist der nüchterne Teil des Themas: Hier gibt es keine Meinung, nur Einträge.
| Anbieter | Erlaubnisinhaber laut Whitelist | Sportwetten-Erlaubnis seit | Erste Erlaubnis, Folgeerlaubnisse |
|---|---|---|---|
| VBet | SCGO Limited | seit 05.12.2023 | Erstmalig erteilt am 05.12.2023 |
| Betway | Betway Limited | seit 09.03.2021 | Erstmalig 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | seit 15.12.2022 | Erstmalig 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | seit 09.10.2020 | Erstmalig 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | seit 09.10.2020 | Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | seit 30.06.2021 | Erstmalig 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | seit 09.10.2020 | Erstmalig 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| 888sport | 888 Germany Limited | seit 30.06.2021 | Erstmalig 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | seit 22.08.2023 | Erstmalig erteilt am 22.08.2023 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | seit 02.11.2020 | Erstmalig 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Die Spanne in der dritten Spalte ist die eigentliche Information: Zwischen dem 09.10.2020 und dem 05.12.2023 liegen gut drei Jahre, in denen die Erlaubnislandschaft vollständig neu geordnet wurde. Wer heute eine Adresse wählt, wählt aus einer Gruppe, die fast geschlossen in zwei Wellen lizenziert wurde — die erste im Herbst 2020 nach Inkrafttreten des GlüStV 2021, die zweite im Sommer 2021 und danach in Einzelfällen. Das erklärt, warum viele der Anbieter fast dieselbe Erlaubnis-Historie aufweisen und warum die wenigen später hinzugekommenen Marken im Vergleich so neu wirken.
Was die Tabelle nicht zeigt: ob hinter einem Eintrag auch ein Wettangebot steht, das den Afrika-Cup abdeckt. Die Erlaubnis ist die Eintrittskarte, nicht das Programm. Das Programm prüft man beim Anbieter selbst, im Sportwettprogramm der jeweiligen Seite — vor dem ersten Einsatz, nicht danach.
Verantwortungsvoll wetten: die Grenzen stehen im Gesetz
Ein Turnier mit Spielen an jedem zweiten Tag verführt zu Einsätzen, die man an einem ruhigen Dienstag nicht getätigt hätte. Genau dafür hat der deutsche Regulierungsrahmen Instrumente gebaut, und es lohnt, sie zu kennen, bevor sie einem begegnen.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung; vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist kein Nebensatz: In dieser Phase kann man Geld hineinbringen, aber nichts herausbekommen.
Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für einen Einzelnen ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist über die Aktivitätsdatei untersagt.
Wirklich greifbar wird das beim Blick auf ein Szenario. Wer in einer intensiven Turnierwoche 300 € einsetzt und danach das Limit für den Rest des Monats ausschöpfen will, merkt schnell, dass die 1.000 € über alle Anbieter hinweg gelten und nicht pro Anbieter. Die Limitdatei macht daraus eine harte Zahl statt einer guten Absicht.
OASIS, Panikbutton und die Sperren, die sofort wirken
Das bundesweite Spielersperrsystem OASIS wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich dort sperren lässt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst zusätzlich eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus — das ist das Instrument für den Moment, in dem die Entscheidung nicht mehr nüchtern fällt.
Bemerkenswert ist, wie diese Werkzeuge zusammenwirken. Eine Sperre über OASIS zieht bei allen angeschlossenen Anbietern, nicht nur beim gerade geöffneten Konto. Genau deshalb ist die Aussage „ich spiele dann woanders weiter“ bei einem erlaubten Anbieter keine Option, sondern eine Selbsttäuschung. Ein Schritt, drei Konsequenzen: Die Sperre greift sofort, sie greift bundesweit, und sie lässt sich nicht durch einen zweiten Anbieter umgehen.
Was Kosten anbelangt, ist das Einzahlungslimit das Limit der Einzahlungen. Es begrenzt nicht die Zahl der Wetten, nicht die Höhe einer einzelnen Wette und nicht die Zeit am Bildschirm. Ein Spieler mit 5 € pro Wette kann damit innerhalb eines Monats sehr viel mehr Umsatz produzieren, als es den Anschein hat. Wer sein Budget wirklich im Griff behalten will, arbeitet mit einer eigenen Wochenzahl, nicht nur mit der Grenze, die der Anbieter ohnehin zieht.
Wettarten und Quoten: was auf afrikanischen Fußball gesetzt werden kann
Afrika-Cup-Wettarten verteilen sich auf drei Kategorien, und sie unterscheiden sich nicht nur in der Auswahl, sondern darin, wann sie überhaupt spielbar werden.
Turnierwetten laufen über die gesamte Dauer. Der Turniersieger ist die bekannteste; daneben stehen Gruppenwetten, die eine Gruppe oder die Reihenfolge in einer Gruppe zum Gegenstand haben. Sie sind früh verfügbar und bewegen sich über Wochen, weil jede Qualifikation, jede Verletzung und jede Kadermeldung eingerechnet wird.
Spielwetten betreffen die einzelne Partie. Der Spielausgang mit den drei Ausgängen Sieg, Unentschieden, Niederlage ist das Standardmodell; Tore, Handicaps und Sonderformen kommen in bepreisten Spielen dazu. Solche Märkte entstehen erst, wenn die Partie angesetzt und die Aufstellung absehbar ist.
Spielerwetten richten sich auf Einzelpersonen, am verbreitetsten auf Torschützen. Der Torschützenkönig eines Turniers ist dabei die schwierigere Variante: Er verlangt eine Aussage über ein halbes Turnier und über eine Mannschaft, die weit kommen muss. Die nächstbeste Alternative für einen Spieler, der auf einen Angreifer setzen will, ist die Torbilanz in einem konkreten Spiel — engerer Horizont, aber auch weniger Nebenfaktoren.
Im K.-o.-System hängt alles an einer Regel, die viele Wettscheine erst nachträglich zu Verlustscheinen macht. Ob die Verlängerung zum Ergebnis zählt und wie ein Elfmeterschießen behandelt wird, steht in den jeweiligen Wettregeln des Anbieters. Üblich ist die Trennung zwischen „Endstand nach regulärer Spielzeit“ und „Weiterkommen“, aber die Formulierungen unterscheiden sich — und in einem Turnier, in dem kein Spiel um den Aufstieg unentschieden enden kann, ist die Unterscheidung der Kern des Marktes. Wer sie nicht liest, hat nicht auf sein Team gesetzt, sondern auf das falsche Ereignis.
Wie eine Quote entsteht: der Quotenschlüssel
Vor jeder Wettart steht eine Rechnung, die im Hintergrund läuft. Der Quotenschlüssel — auch Auszahlungsquote genannt — ist der Anteil aller Einsätze auf einen Markt, den dieser Markt insgesamt zurückzahlt. Er ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes. Die Marge ist der Rest bis 100 %, also das, was der Anbieter von jedem Einsatz behält.
Für einen 1X2-Markt mit den Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 sieht die Rechnung so aus: 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) ergibt einen Quotenschlüssel von rund 94,6 %, und daraus folgt eine Marge von etwa 5,4 %. Bei einem Einsatz von 100 € zahlt der Markt über alle Ausgänge hinweg also etwa 94,60 € zurück und behält etwa 5,40 €. Diese Quoten sind ein Rechenbeispiel, kein abgefragter Preis; die Zahlen dienen dazu, den Mechanismus sichtbar zu machen.
Interessant ist weniger die Größe der Marge als ihre Verteilung. Wer bei diesen Quoten auf die 2,10 setzt, gewinnt in 94,6 % der Fälle nicht — der Schlüssel sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs. Und die Verteilung zwischen Favoriten und Außenseitern ist bei den meisten Anbietern nicht neutral: Haushalte, die sich Kunden mit einem Faible für Favoriten wünschen, legen den Rabatt eher auf der langen Quote ab. Ein Marktschreiber, der die Marge auf dem Außenseiter erhöht und beim Favoriten drückt, hätte Zahlen wie 2,10 / 3,40 / 3,60 so gebaut, dass die 3,60 stärker beschliffen ist als die 2,10. Das ist keine Unterstellung, sondern der Grund, warum zwei Anbieter mit derselben Einschätzung unterschiedliche Quoten desselben Spiels zeigen können.
Wer einen kostenlosen Hinweis zum Quotenniveau sucht, vergleicht zwei Adressen beim selben Spiel und beim selben Ausgang. Die Differenz zwischen beiden Zahlen ist die halbe Marge — und genau dort entscheidet sich, was ein Gewinn nach Abzug des Schlüssels tatsächlich zurückträgt. Als grobe Richtschnur gilt: Ein Markt mit einem Schlüssel um 95 % verschiebt das Bild nicht dramatisch, ein Markt mit deutlich schlechterem Schlüssel tut es. Aus einem Rechenbeispiel von 2,10 wird dann real weniger als 2,10.
Diese Bepreisung hat Folgen für ganze Turniere, nicht nur für ein Spiel. Steht ein Markt mit einem Schlüssel von 94,6 % am Ende einer Partie gegen einen anderen Markt desselben Anbieters mit einem schlechteren Schlüssel, wandert derselbe Einsatz durch den Kopf des Spielers zweimal durch dieselbe Marge. Wenige Zentimeter Papier, zwei Buchungen — auf einem Wettschein über mehrere Partien ist das die Regel. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zu einem Gesamtpreis, und der Schlüssel wirkt in jedem einzelnen Bestandteil erneut. Wer sechs Auswahlen kombiniert, zahlt sechsmal; die Kombination ist der Grund für die niedrigere Erfolgswahrscheinlichkeit, nicht für einen fairen Ausgleich.
Die Sportwettensteuer und die Frage, wer sie zahlt
Auf jede Wette fällt die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes an: 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist. Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %, also 5,3 geteilt durch 105,3. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler.
Ob und wie die Steuer weitergegeben wird, entscheidet der Anbieter selbst, und es lohnt, das nicht zu verallgemeinern. Es gibt Anbieter, die sie über die Quote tragen, und solche, die sie bei der Auszahlung abziehen. Eine Aussage über einen konkreten Anbieter lässt sich hier nur treffen, wenn dessen eigene Bedingungen sie hergeben — wer die Steuer aus dem Werbetext erfährt, erfährt sie nicht. Und wer nicht aufpasst, verwechselt schnell „5,3 % vom Einsatz“ mit den 5,3 % auf die um die Steuer verminderte Bemessungsgrundlage. Diese Differenz hört sich nach Haarspalterei an; bei einer Wette von 100 € ist es der Unterschied zwischen 5,30 € und 5,03 €. Auf viele Einsätze über die Laufzeit eines Turniers ist es keine Kleinigkeit mehr.
Ein Detail, das oft überlesen wird: Die Sportwettensteuer trifft auch unerlaubte Anbieter. Gezahlt zu haben beweist keine Erlaubnis, und daraus folgt keine Sicherheit.
Sportarten und Turnierverlauf: wann Quoten tatsächlich verfügbar sind
Fußball ist im Afrika-Cup das Angebot, und Fußball ist auch der Grund, warum sich viele Spieler überhaupt mit dem Turnier beschäftigen. Rund um afrikanische Fußballwettbewerbe kommen bei den erlaubten Anbietern weitere Sportarten ins Programm, aber das Turnier selbst bringt nur eine Sportart mit.
Der Spielplan strukturiert das Angebot in drei Etappen, und jede verlangt eine andere Entscheidung. Die Gruppenphase mit sechs Vierergruppen liefert Partien an fast jedem Tag; das ist die Phase mit der breitesten Auswahl und mit den wenigsten Zusatzinformationen pro Spiel. Danach folgt die K.-o.-Runde mit Verlängerung und Elfmeterschießen bei Gleichstand; hier wird die Auswahl enger, während die Bedeutung jeder Partie steigt. Am Ende steht das Finale, das an einem einzigen Tag praktisch das gesamte Wettvolumen auf sich zieht.
Wer in der Gruppenphase setzt, arbeitet mit einer Fülle von Partien, von denen viele wenige Tage vorher kaum eingeschätzt worden sind. Wer in der K.-o.-Runde setzt, hat es mit weniger Auswahl und mit einer Regel zu tun, an der sich die meisten Irrtümer festmachen. Und wer nur das Finale spielt, handelt in einem Markt, in dem die öffentliche Aufmerksamkeit am höchsten ist — das schlägt sich meist in einer Quote nieder, die weniger Marge aufweist als bei einer Partie, die niemanden interessiert.
Gruppenphase, Halbfinale, Finale: drei unterschiedliche Situationen
Die Gruppenphase ist die Phase des Volumens. 24 Mannschaften in sechs Vierergruppen bedeuten 36 Partien vor dem Achtelfinal-Start; wer alle spielen will, hat ein Programm mit praktisch täglichen Einsätzen. Sportlich ist das die unsicherste Phase: Aufstellungen rotieren, Qualifikation spielt noch eine Rolle, und die Kräfteverhältnisse sind nach ein oder zwei Spielen noch nicht kalibriert. Quoten reagieren hier in der Regel auf öffentliche Aufmerksamkeit, nicht auf eine bessere Einschätzung.
Halbfinals sind die Phase der Konzentration. Vier Teams, zwei Partien, und plötzlich zählt jede Verletzung eines Stammspielers doppelt. In dieser Phase ist das Regelwerk der K.-o.-Spiele kein Randthema mehr, sondern die Voraussetzung dafür, dass die eigene Wette überhaupt auf das richtige Ereignis lautet.
Das Finale schließlich ist das Einzelspiel mit der größten Markttiefe — und mit der längsten Vorlaufzeit. Es ist zugleich das Spiel mit dem größten Anteil von Wetten, die aus Anlass und nicht aus Analyse entstehen. Wenn in dieser Phase etwas zu lernen ist, dann das: Eine gute Quote bei einem Spiel, das alle verfolgen, ist nicht dasselbe wie eine gute Quote.
Eine Auswahlhilfe für ein Programm, das erst noch kommt
Zwischen den Turnieren lässt sich Vorbereitung betreiben, und sie kostet nichts. Wer eine Adresse erst in der Turnierwoche auswählt, wählt unter Zeitdruck und meist schlechter. Die lohnendere Variante ist, in Ruhe vorher zu prüfen: Wie tief ist das Fußballangebot abseits der großen Ligen — gibt es afrikanische Qualifikationsspiele überhaupt, und mit welchen Märkten? Spielt der Anbieter Live-Märkte innerhalb des erlaubten Rahmens, also Endergebnis und nächstes Tor, oder bleibt vom Live-Bereich kaum mehr als das Endergebnis übrig? Und zuletzt: Steht im Sportwettprogramm eine K.-o.-Regelung, die zwischen regulärer Spielzeit und Weiterkommen unterscheidet?
Eine kurze Prüfliste ist hier mehr wert als ein Vergleich, der fünf Jahre alt ist. Drei Blicke vor dem Konto: Whitelist kontrollieren, Programm im Bereich Afrika/Fußball aufrufen, Wettregeln zur Verlängerung lesen. Alles drei steht auf den Seiten der Anbieter und der Aufsichtsbehörde und ist in einer halben Stunde erledigt.
Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich
Zehn Adressen, zehn Profile, und die Auswahl fällt leichter, wenn man vorher weiß, wonach man sucht. Die Reihenfolge, in der sie hier stehen, ist keine Rangfolge und keine Empfehlung; sie folgt dem Umfang dessen, was über das jeweilige Angebot bekannt ist. Wer den Afrika-Cup spielen will, findet hier jedenfalls nur Anbieter, deren Sportdomain auf der Whitelist geführt wird — die Erlaubnis jedes einzelnen ergibt sich aus der Übersicht im Abschnitt zur Rechtslage.
Zu den Bonusbedingungen ist an dieser Stelle eine Regel des Rahmens wichtig: Der Glücksspielstaatsvertrag setzt keinen Sportwettenbonus fest und deckelt ihn auch nicht. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer eine Zahl sucht, findet sie dort — und nicht in einer Aufstellung, die sie aus einem anderen Haus übernommen hat.
VBet — schneller Weg in den Markt, italienische Adresse
VBet betreibt seine deutschen Sportwetten über die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion am Portomaso in St. Julian’s auf Malta. Die Erlaubnis für die Sportdomain ist seit dem 5. Dezember 2023 verzeichnet. Die GGL führt die Gesellschaft über die deutsche Adresse im Geschäftsverkehr; wer Vertragspartner ist, lässt sich aus jedem Impressum ablesen, und es ist nicht immer die Marke, die auf der Fassade steht.
Der kurze Abstand zwischen Erlaubniserteilung und heute macht VBet zu einem der jüngeren Einträge im Feld. Junge Einträge haben eine Eigenschaft, die man mögen kann und die man kennen sollte: Sie müssen um Kunden werben, weshalb ihre Bedingungen oft günstiger aussehen, als sie sind. Wer die Erlaubnis als Qualitätsurteil liest, liest falsch. Sie besagt, dass eine Prüfung stattgefunden hat, nicht dass die Quoten stimmen. Für einen Spieler, der den Afrika-Cup 2027 vorbereiten will, ist VBet ein Kandidat, dessen Programm man im Bereich Fußball selbst unter die Lupe nehmen muss — die Erlaubnis sagt darüber nichts, und die Marke macht darüber keine belastbare Angabe.
Was auf der Habenseite bleibt, ist die solide Verwurzelung in Malta und die Zugehörigkeit zur Gruppe der spät lizenzierten Anbieter, die den deutschen Markt als Wachstumsfeld behandeln. Für einen Spieler, der Wert auf ein rein sportliches Portfolio ohne Casino-Anhang legt, ist der Sportwetten-Fokus ein Argument. Der Haken liegt woanders: Über das Fußballprogramm im Einzelnen ist der Marke hier nichts zu entnehmen, und ein Turnier, das erst 2027 beginnt, wird von keinem Haus heute seriös bepreist.
Betway — Cash-out, Konfigurator und die Grenzen des Live-Rahmens
Betway Limited ist seit dem 9. März 2021 mit einer Sportwetten-Erlaubnis für die deutsche Domain verzeichnet, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 23. Dezember 2022. Das ist eine der ersten Erlaubniswellen, und wer die Historie liest, sieht eine Adresse, die seit Beginn des regulierten Marktes dabei ist.
Das konkreteste Merkmal im Angebot ist der Cash-Out. Beim Betway-Cash-Out erscheint ein grünes Symbol unter „Meine Wetten“; dort wird der Wert der Wette angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer Kombination zusammenstellt. Das ist praktisch, hat aber einen Preis, den man kennen sollte: Der Konfigurator verkauft Bequemlichkeit, und Bequemlichkeit zahlt man in der Regel über den Quotenschlüssel der einzelnen Bestandteile. Wer sechs Auswahlen zu einer Kombination zusammenklickt, vervielfacht die Marge sechsfach, und der fröhliche Konfigurationsdialog erwähnt das nicht.
Für den Afrika-Cup ist Cash-Out das interessantere Werkzeug. In einem K.-o.-Spiel mit Verlängerung ist eine Wette plötzlich nicht mehr so viel wert wie zur Halbzeit — die Ausstiegsmöglichkeit verwandelt eine laufende Wette in eine Entscheidung, und Entscheidungen sind etwas anderes als Hoffnungen. Für einen Spieler, der während der Partie nervös wird und sonst wild nachsetzt, kann das die günstigere Verhaltensweise sein. Für einen Spieler, der jede Bewegung als Signal liest, ist es eine zusätzliche Gelegenheit, in denselben Markt zweimal Marge zu zahlen.
ODDSET — der staatlich geprägte Klassiker
Die ODDSET Sportwetten GmbH erhielt mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; das Regierungspräsidium Darmstadt hatte die frühere Erlaubnis erteilt, seit 18.11.2020 steht die erste Eintragung. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale). Das Modell mit Internet und stationärem Vertrieb ist in Deutschland die Ausnahme — die meisten Anbieter sind reine Online-Adressen.
Wer den Afrika-Cup spielen will, findet bei ODDSET den klassischen Zugang: feste Quoten, breite Abdeckung des deutschen und internationalen Fußballs und ein Vertriebsnetz, das bis in die Annahmestelle reicht. Die Kehrseite sind Quoten, die im Vergleich häufig nicht an der Spitze liegen — das ist keine Kritik an der Erlaubnis, sondern die Folge eines Geschäftsmodells, das auf ein anderes Publikum zielt. Ein Spieler, der seine Einsätze lieber in einem Laden abgibt als in einer App, findet hier den einzigen Weg dieser Art unter den zehn. Ein Spieler, der den letzten Prozentpunkt im Quotenschlüssel sucht, wird anderswo fündig.
Die Erlaubnishistorie mit der ersten Eintragung 2020 und der Folgeerlaubnis 2022 ist zugleich ein Stück deutscher Regulierungsgeschichte: ODDSET war vor dem GlüStV 2021 über einen Staatsvertrag organisiert und wurde in das neue Erlaubnisregime überführt.
bet365 — der Anbieter mit der längsten Whitelist-Historie
Für die deutsche Domain führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, die Folgeerlaubnis datiert auf den 27. Dezember 2022. Damit gehört bet365 zu den Anbietern, deren Eintrag ganz am Anfang des heutigen Systems steht.
Ein Anbieter mit dieser Vorgeschichte hat einen Vorteil, der sich nicht in einem Bonus ausdrückt: Er hatte Jahre, um sein Sportwettprogramm an den deutschen Rahmen anzupassen. Das ist an der Stelle relevant, an der es für den Afrika-Cup eng wird — bei den Live-Märkten. Der deutsche Rahmen erlaubt während des laufenden Spiels nur das Endergebnis oder das nächste Tor, in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Ein Haus, das diese Grenze von Anfang an kennt, baut sein Live-Angebot anders auf als eines, das sie nachträglich einhalten muss. Ob das im konkreten Fall spürbar ist, lässt sich nur im Programm prüfen — und genau das ist der Test, den ein Spieler vor dem Anpfiff machen kann.
Die Kombination aus langer Eintragung, maltesischer Betreibergesellschaft und einem Sportangebot, das im deutschen Markt über Jahre gewachsen ist, macht bet365 zur naheliegenden ersten Vergleichsadresse für Turnierwetten.
AdmiralBet — zwei Erlaubnisse, zwei getrennte Welten
Die Whitelist führt für die Sportdomain die Greentube Betting Malta Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der Slot-Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Zwei Erlaubnisse, zwei Geschäftsbereiche — und das ist der Punkt, an dem viele Anbieterbeschreibungen unscharf werden.
Wer bei AdmiralBet auf Fußball setzen will, bewegt sich im Rahmen der Sportwetten-Erlaubnis. Der Slot-Bereich ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln, und die dort geltenden Beschränkungen sagen über den Sportwetten-Bereich nichts — so wenig wie umgekehrt. Für einen Spieler, der beide Bereiche nutzt, heißt das: Die Limitdatei LUGAS und das monatliche Einzahlungslimit gelten über alle Anbieter, und die Trennung der Erlaubnisse schützt nicht davor, das Budget in einem Bereich zu verbrauchen und im anderen nichts mehr zu haben.
Die Folgeerlaubnis von 2024 ist im Feld die späteste überhaupt, was auf eine anhaltende Pflege der Erlaubnis hindeutet. Der Eintrag ist der älteste in diesem Vergleich und steht zugleich für einen Anbieter, der seine Produkte über zwei voneinander getrennte Lizenzen betreibt.
Tiptorro — ein junger Anbieter mit klarem regulatorischem Selbstbild
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Erlaubnis für die deutsche Sportdomain ist seit dem 30. Juni 2021 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 27. Dezember 2022.
Tiptorro ist die Adresse im Feld, die sich am erkennbarsten über ihre App definiert. Wer sein Wettverhalten ohnehin mobil organisiert, findet hier einen Zugang, der von Anfang an für das Telefon gebaut wurde — das ist im Alltag mehr wert, als es klingt, denn ein umständliches Programm auf einem kleinen Bildschirm kostet Einsatzentscheidungen. Wer am Rechner plant und Tabellen liest, wird mit der App-Orientierung weniger anfangen.
Für ein Turnier mit Spielen an fast jedem Tag passt das Format. Der Vorbehalt bleibt derselbe wie bei jedem jungen Eintrag: Die Erlaubnis sagt nichts über die Tiefe des Programms, und ein Turnier, das erst 2027 angepfiffen wird, ist heute in keinem Programm vollständig abgebildet. Der Test vor dem ersten Einsatz bleibt das Fußballangebot selbst.
Sportingbet — Konfigurator plus und das breiteste Sportarten-Portfolio
Sportingbet führt unter den Sportarten unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker; im Wettangebot stehen ein „Konfigurator+“ und Live-Wetten. Die Sportwetten-Erlaubnis für die deutsche Domain ist seit dem 09.10.2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 21. Dezember 2022.
Die Sportartenliste ist im Rahmen eines Afrika-Cup-Themas doppelt lesenswert. Erstens zeigt sie, dass hier nicht nur Fußball bepreist wird, was für einen Spieler mit breiterem Interesse ein Argument ist. Zweitens erinnert sie daran, wie schmal das Turnier selbst ist: Ein Afrika-Cup bringt ausschließlich Fußball, und die Breite des Portfolios hilft während der Wochen des Turniers nur begrenzt.
Der Konfigurator+ funktioniert nach demselben Muster wie sein Gegenstück bei anderen Anbietern — Auswahlen aus verschiedenen Partien werden zu einer Kombination zusammengestellt. Das ist bequem und teuer zugleich, weil sich der Quotenschlüssel mit jeder hinzugefügten Auswahl erneut auf den Gesamteinsatz legt. Für einen Spieler, der eine Kombination bewusst als Einzelprodukt betrachtet und den Preis dafür kennt, ist es ein Werkzeug. Für einen, der Auswahlen anhängt, weil sie gerade schön aussehen, ist es eine Kostenfalle mit hübscher Oberfläche.
888sport — Turnierwetten in einer großen Gruppe
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Sportwetten-Erlaubnis für die deutsche Domain ist seit dem 30. Juni 2021 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 15. Dezember 2022.
Die lange Börsennotierung ist kein Wettkriterium, aber sie sagt etwas über die Struktur: ein börsennotierter Konzern, der seinen deutschen Sportwettenbereich über eine eigene Gesellschaft betreibt. Wer darauf Wert legt, dass ein Anbieter in einen größeren Unternehmenszusammenhang eingebettet ist, findet hier eines der wenigen Beispiele im Feld.
Für Turnierwetten sind konzernweite Programmstrukturen kein Nachteil — die großen Marken führen in der Regel Standardmärkte über viele Wettbewerbe hinweg, darunter auch afrikanische Wettbewerbe. Ob das im Einzelfall auch für die Qualifikation zur Ausgabe 2027 gilt, ist eine Frage an das jeweilige Sportwettprogramm und nicht an die Gruppe.
DAZN Bet — Sportübertragung im Hinterkopf der Marke
Die DZBT Operations Limited mit Sitz in der MRO Frank Galea Street in Zebbug auf Malta betreibt die deutschen Sportwetten unter der Marke DAZN Bet. Die Erlaubnis ist seit dem 22. August 2023 verzeichnet; eine Folgeerlaubnis steht noch aus, was den Eintrag zu einem der jüngsten im Feld macht.
Diese Marke bringt eine Besonderheit mit, die keine andere in diesem Vergleich hat: Sie stammt aus einem Haus, das für Sportübertragung bekannt ist. Für einen Spieler, der Spiele ohnehin verfolgt, ist die Vorstellung eines durchgängigen Zugangs reizvoll. Sie bleibt allerdings eine Erwartung an das Produkt, nicht eine Zusage — und über konkrete Live-Streams oder gar eine Afrika-Cup-Übertragung ist DAZN Bet an dieser Stelle nichts zu entnehmen. Wer diese Erwartung an den Wechsel zu DAZN Bet knüpft, prüft sie im eigenen Kundenkonto, bevor er Geld einzahlt.
Als junger Eintrag mit einem bekannten Markennamen ist DAZN Bet die Adresse für Spieler, die ihre Sportwetten in eine bestehende Sportgewohnheit einfügen wollen — vorausgesetzt, das Wettprogramm deckt afrikanischen Fußball überhaupt ab. Die Erlaubnis allein ist hier die schwächere Hälfte des Arguments.
Interwetten — lange Whitelist-Historie, ruhiger Auftritt
Für Interwetten führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point in Sliema auf Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 02.11.2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis datiert auf den 27. Dezember 2022.
Interwetten gehört damit zu den Anbietern, die aus der ersten Erlaubniswelle stammen und seither durchgehend im Verzeichnis stehen. Für einen Spieler mit spieltheoretischem Zugang ist der Eintrag das Erste, was zählt: Er belegt, dass die Aufsicht stattgefunden hat. Alles Weitere — Quotenniveau, Markttiefe, Fußballabdeckung — lässt sich daraus nicht ableiten.
Wer den Afrika-Cup 2027 vorbereitet, kann Interwetten wie jeden anderen Kandidaten behandeln: Programm im Bereich Fußball aufrufen, Live-Märkte prüfen, die K.-o.-Regelung in den Wettregeln lesen. Die Reihenfolge dieser drei Schritte ist wichtiger als die Marke, an der man sie durchführt.
Was bei einem Bonus zu rechnen ist
Über die konkreten Bonusbedingungen der zehn Anbieter lässt sich hier nichts sagen, und das ist eine bewusste Entscheidung: Der GlüStV setzt keinen Sportwettenbonus fest und deckelt ihn nicht, also stammen alle Zahlen dazu aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Was sich generell sagen lässt, ist die Mechanik — und die ist wichtiger als jede Zahl, weil sie sich auf jede Zahl anwenden lässt.
Ein Bonus ist ein Betrag, an den Bedingungen geknüpft sind. Die zentrale Bedingung ist der Umsatz: Ein Bonus, der mehrfach umgesetzt werden muss, verlangt eine definierte Summe an Einsätzen, wobei nur Wetten ab einer festgelegten Mindestquote zählen. Die zweite Bedingung ist die Frist: Fast jeder Bonus läuft nach einer bestimmten Zahl von Tagen ab, und was nicht rechtzeitig umgesetzt ist, verfällt. Die dritte ist die Folge eines Gewinns: Bei einer Gratiswette wird der Einsatz üblicherweise nicht mit ausgezahlt, bei einer Erstattung entscheidet die Form der Erstattung darüber, ob Geld zurückkommt oder eine neue Gratiswette entsteht.
Für den Afrika-Cup ist die Frist die praktisch wichtigste Größe. Ein Bonus mit kurzer Umsatzfrist und ein Turnier mit Spielen an jedem zweiten oder dritten Tag passen schlecht zusammen, wenn wegen des Verifizierungs- und Limitrahmens nicht ohnehin jeder Umsatz bewusst geplant sein muss. Der größte Fehler ist, einen Bonus als Geschenk zu lesen; der zweite größte ist, ein Angebot deshalb abzulehnen, weil es Bedingungen hat — auch die Bedingungen der anderen Seite sind Bedingungen. Wer den Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist gegeneinander abwägt, trifft die Entscheidung, die zählt.
Ein Wort zur Vorsicht bei der Wortwahl der Anbieter: „risikofrei“ ist kein Vertrag, sondern eine Haltung. Der Einsatz kommt in der Regel als Gratiswette zurück, nicht als Geld.
Häufig gestellte Fragen
Findet im Jahr 2026 ein Afrika-Cup statt?
Nein. Das Jahr im Suchbegriff ist das Veröffentlichungsjahr. Die Austragung 2025 wurde nach einer Terminverschiebung vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko gespielt; die nächste Ausgabe ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda vorgesehen.
Wann und wo wird der Afrika-Cup 2027 ausgetragen?
Geplant ist das Turnier vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in drei Gastgeberländern: Kenia, Tansania und Uganda. Für die Qualifikation haben sich 54 Mannschaften angemeldet — der bislang größte Teilnehmerfeld für diese Qualifikationsrunde. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gibt es damit drei Gastgeber.
Welche Wettarten gibt es bei einem Turnier mit Gruppenphase und K.-o.-Runde?
Üblich sind Turnierwetten wie der Sieger oder Gruppenwetten, Spielwetten auf den Ausgang einer Partie samt Tor- und Handicapmärkten sowie Spielerwetten, am verbreitetsten auf Torschützen. Ein Turnier mit sechs Vierergruppen und anschließender K.-o.-Runde liefert dabei über Wochen hinweg mehr Partien als ein reines K.-o.-Format.
Zählt die Verlängerung zum Ergebnis, und wie wird ein Elfmeterschießen gewertet?
Das richtet sich nach den Wettregeln des jeweiligen Anbieters. Bei K.-o.-Spielen unterscheiden viele Anbieter zwischen dem Ergebnis nach regulärer Spielzeit und dem Weiterkommen; ein Elfmeterschießen wird dabei je nach Markt dem Weiterkommen zugerechnet und nicht dem Ergebnis der 90 Minuten. Wer auf eine K.-o.-Partie setzt, liest diese Regel vor dem Einsatz.
Woran erkennt man, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis für Afrika-Cup-Wetten hat?
An der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort muss die Sportwetten-Erlaubnis für die Domain stehen, auf der gespielt wird; eine Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnis desselben Halters belegt nichts über den Sportwetten-Bereich. Eine .de-Adresse allein ist kein Nachweis.
Wie viel bleibt nach der Sportwettensteuer von 5,3 % übrig?
Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Einsatz abzüglich der Steuer selbst ist — umgerechnet rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter, nicht vom Spieler. Ob und wie ein Anbieter sie über Quoten oder Auszahlungen weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Turniere – Die besten Wett Apps
Inhalt erstellt vom Team «Die besten Wett Apps»
